Das neue Jülicher Dorf der Wissbegierigen an der FH

Von: Volker Uerlings
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Nur ein kleiner Teil des demnächst neuesten Jülicher Stadtteils: Auf und am Fachhochschul-Campus Jülich entstehen insgesamt rund 600 Studentenbuden. Foto: Uerlings
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Neuer Campussprecher der FH in Jülich: Prof. Volker Sander (rechts) und sein Stellvertreter Prof. Michael Stellberg; beide wohnen auch in Jülich. Foto: Uerlings

Jülich. Die Herzogstadt ist zwar schon Jahrzehnte Hochschulstandort, aber sie wurde nie wirklich eine Studentenstadt. Nur die wenigsten Studierenden zogen es vor, auch in Jülich zu leben. Das wird von vielen in der Stadt als Mangel empfunden, aber dürfte nicht mehr lange so bleiben. Unmittelbar am Fachhochschul-Campus entstehen immer mehr Studentenbuden.

Die Bauaktivitäten, die derzeit laufen (Freiwalder Weg), sind noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Insgesamt werden wohl mehr als 600 Wohnungen errichtet. Das ist dann schon so etwas wie ein neuer Ortsteil: praktisch das Jülicher Dorf der Wissbegierigen.

Zum Vergleich: Im nahen Pattern leben nach den Statistiken der Stadtverwaltung mit 459 Einwohnern weniger Menschen. Professor Volker Sander ordnet diese Zahl ein: „Wir haben hier rund 3500 Studierende. Das ist ein Pfund für die ganze Region. Davon können demnächst etwa 25 Prozent für überschaubares Geld direkt am Campus wohnen. Das ist einzigartig in Deutschland.“

Die genannten mehr als 600 Wohnungen sind eine grobe Schätzung, denn es handelt sich zum Teil um private Investitionen, von denen einige noch in der Projektphase stecken, deren Realisierung aber als sehr wahrscheinlich eingestuft wird.

Mit einem Wohn- und Studienort Jülich hat die Region aber auch bei nachgefragten hochqualifizierten Arbeitskräften buchstäblich einen Fuß in der Tür. Volker Sander: „Wir hören zunehmend, dass Unternehmen Schwierigkeiten haben, Leute an die Region zu binden.“

Viele ziehe es in die ganz großen Städte. Sie zum Bleiben zu bewegen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und könnte bald auch in Jülich noch größere Bedeutung erlangen, wenn der ­„Brainergy-Park Jülich“ als Gewerbegebiet mit dem Spezialsektor „Neue Energien“ an den Start geht. Das ist wenige Steinwürfe vom FH-Campus‘ Jülich entfernt, und die Fachhochschule wird sich hier sichtbar einbringen.

Professor Volker Sander ist Jülicher und weiß um die Wichtigkeit dieses Projekts auch aus lokaler Sicht. Der 51-Jährige ist zum neuen Standortsprecher gewählt worden und tritt nach einer gut eineinhalbjährigen Interimsphase damit die Nachfolge von Angelika Merschenz-Quack an, die dieses Amt viele Jahre innehatte.

Stellvertreter ist Professor Michael Stellberg (60), ebenfalls aus Jülich und Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik. Die Sprecher sind die Schnittstellen zu den Akteuren in der Region – Gesicht und Stimme, wenn man so will. „Die Hauptaufgabe besteht darin zu kommunizieren“, sagt Sander, der mit seinem Kollegen Stellberg nun auch dienstlich stark kooperiert. Sportlich machen das beide schon seit Jahren als Doppel beim Tennisclub Rot-Weiß Jülich.

Grundsätzlich ist die Campusleitung nun komplett, nachdem im September die neuen Dekane der drei Jülicher Fachbereiche ihre Ämter angetreten haben. Eine wichtige Veränderung im Vergleich zu früher: Der Campussprecher ist nicht mehr parallel auch Hausbeauftragter, wie das bei Angelika Merschenz-Quack der Fall war. Das ist Professor Hans-Josef Ackermann. Er ist praktisch der „Gebäudeverantwortliche“, denn die FH ist Mieter in den Räumen, die dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes gehören.

Wenn an der Heinrich-Mussmann-Straße also alles gerichtet ist und demnächst die vielen Neubürger eintreffen, stellt sich nur noch die Frage, was die jungen Männer und Frauen erwartet. Im Bereich der außerschulischen Aktivitäten – vor allem Sport – arbeiten die Verantwortlichen in der Aachener FH-Zentrale und Jülich derzeit unter Hochdruck an Lösungen, denn das wird sicher noch wichtiger, wenn viele Studierende auch in Jülich wohnen.

Das kulturelle und Freizeit-Angebot im Jülicher Zentrum ist noch sehr überschaubar, aber das muss ja so nicht bleiben. Auch das gehört dazu, wenn man Studentenstadt sein will.

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