Das neue Hundeverbot am Baggersee greift langsam

Von: Guido Jansen
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Das Schild, das auf das Hundeverbot hinweist, ist neu am Barmener Strand. Es zeigt Wirkung: Die Zahl an Haltern ist weniger geworden, die den Strand mit ihren Hunden besuchen. Foto: Guido Jansen

Jülich. Im vergangenen Jahr war das Maß voll: Der Hundestrand am Barmener Baggersee war überregional zu einem Geheimtipp geworden für Menschen, die ihre Vierbeiner zu Wasser lassen wollten.

Gebell und Hinterlassenschaften ärgerten die Badegäste am unmittelbar benachbarten Strand und viele Barmener Anwohner. Seit dem Frühjahr ist der gesamte Strand für Hunde gesperrt. „Uns liegt seitdem nichts vor“, sagt Hans Pinell, der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Jülich. Ralf Heinen, der Barmener Ortsvorsteher, bestätigt und relativiert diese Aussage. „Das Problem hat sich definitiv gebessert“, schildert er. Aber weg sei es nicht.

Von der Internetseite der Stadt Jülich als Badetipp mit Vierbeinern ist der Strand verschwunden. An vielen anderen Stellen sei er allerdings noch zu finden. „Die Ordnungskraft weist die Hundebesitzer dann darauf hin“, sagt Heinen. Und das ziemlich häufig. Regelmäßig suchen Hundehalter den Strand weiterhin auf, sei es aus Unkenntnis oder mit Absicht.

„Verstöße hier müssen was kosten. Dann lernen die Leute das auch schneller“, spielt Heinen darauf an, dass die Strafen für Uneinsichtige nicht konsequent genug umgesetzt würden. Das gelte nicht nur für Hundebesitzer, sondern auch für Besucher, die ihren Müll zurücklassen oder als Vandalen auftreten.

Auch hier will Heinen zwar eine positive Tendenz ausgemacht haben, weil die Zerstörungswut nachgelassen habe. Aber von einer Wende spricht er nicht. „Mit Blick auf den Vandalismus und die Hundeproblematik muss man auch berücksichtigen, dass das Wetter im Sommer weniger Badegäste als sonst angezogen hat“, erklärt Heinen. Außerdem habe das Wasser lange hoch gestanden und den Strand so verkleinert.

Neuen Sand hat die Stadt Jülich diesmal im Frühjahr übrigens nicht am Strand aufschütten lassen. „Das ist wie Eulen nach Athen tragen“, schildert Heinen. Sobald frischer Sand aufgeschüttet sei, dauere es wenige Wochen, bis er verunreinigt sei. Direkt und indirekt tragen die Besucher die Schuld. Einerseits, weil sie ihren Müll liegenlassen, andererseits, weil sie verbotenerweise die Wasservögel füttern. Das führt in der Folge zu einem verkoteten Strand.

Als problematisch stuft der Ortsvorsteher den Wildwuchs des Bärenklaus ein. Die giftige, invasorische Pflanze, die einheimische Gewächse verdrängen kann, breitet sich vor allem am nahen Rurufer wieder stark aus. In streng geschützten sogenannten FFH-Gebieten ist es Vorschrift, fremde Pflanzen zu bekämpfen, die andere verdrängen. „Leider fehlt es an den finanziellen Mitteln. Da muss eine Lösung gefunden werden, die Bärenklau-Samen haben sich schon wieder verteilt“, sagt Heinen.

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