„Das italienische Jülich“: Viele Attraktionen beim Stadtfest

Von: ptj
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Die Attraktion des italienischen Stadtfestes sind die florentinischen Sbandieratori. Foto: Jagodzinska
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Italienische Spezialitäten locken.
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„Ein perfektes Ding, um Schlagen zu lernen“ war der Baseball-Käfig der Jülicher Dukes.

Jülich. Auf dem Markt der ehemaligen Herzogstadt spielten bei schönstem Sonnenwetter Barocktrompeten auf, begleitet vom militärischen Klang der Trommeln. Sechs farbenprächtige „Sbandieratori“ aus der toskanischen Fahnenschwingergruppe „Castiglion Fiorentino“ darunter zwei Frauen, umliefen mit ihren rotgeflammten Flaggen in Händen den Platz und zeigten ihre alte Kunst.

Die fünf weißgrundigen Fahnen trugen das Heiligensymbol ihres Dorfes, die sechste war die Nationalflagge Italiens. Schon bei der Eröffnung des Stadtfestes unter dem Motto „Das italienische Jülich“ zum Goldjubiläum der veranstaltenden Werbegemeinschaft bewunderten zahlreiche Zuschauer die ausgefeilte Technik der florentinischen Fahnenschwinger und das harmonische Zusammenspiel der Gruppe. Atemberaubend schnell warfen die Akteure in historischen Kostümen ihre besonders leichten und windempfindlichen Fahnen hoch, wechselten ihre Positionen und fingen die Flagge ihres Gruppenpartners wieder auf. Als Solo oder in der Gruppe schwenkten sie oft gleich mehrere Fahnen um Handgelenk und Hüfte, mit einer Hand über dem Kopf, warfen sie seitlich rückwärts, beschrieben eine Acht oder eine Fahnenrose.

Ein wirklich sehenswertes Spektakel, das in der Toskana des 15. Jahrhunderts als Signal auf dem Schlachtfeld eingesetzt wurde. Die Präsentationen der „Sbandieratori“ im gesamten Stadtkern passten sehr gut in die „Historische Festungsstadt“ Jülich, auf die der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Gunia bei seiner Begrüßung zurückblickte. 450 Jahre römische Provinz haben seiner Meinung nach nicht nur steinerne Spuren in Jülich hinterlassen, sondern auch eine Affinität zu allem Italienischen. Die „Sbandieratori“ sind nach Bekunden des Werbegemeinschaftsvorsitzeden Wolfgang Hommel ein „besonderes Geschenk“ der Werbegemeinschaft zu 50 Jahre Bestehen. Gute Laune, gute Gespräche und gute Geschäfte bestimmten das Stadtfest, ganz wie Gunia es zu Beginn gewünscht hatte.

Einer der Hauptanziehungspunkte war der Kirchplatz, wo italienische und südtiroler Händler ihre Spezialitäten anboten: Oliven aus Apulien, Torrone, Mandelgebäck oder Marzipanfrüchte aus Sizilien, feine Trüffelprodukte aus Umbrien, Salami picante (scharf) aus Kalabrien, Pecorino aus Sardinien. Aus Südtirol kommt etwa Schüttelbrot, das sehr an Pizza erinnert. Claudia Trebus, die „gerne die lange Reise auf sich genommen hat“, erklärte: „Das ist ein von Hand geschütteltes (leicht geknetetes) und im Holzofen gebackenes Brot aus Roggen- und Weizenmehl, viel Wasser, Hefe, Fenchel, Kümmel, Malzmehl und Salz.“

Auf Schlossplatz, Köln- und Poststraße aufgeteilt war die ansehnliche Auto-, Motorrad- und Wohnwagenmeile, die reichlich Schaulustige fand. Wer sich für Elektromobile interessierte, der erhielt folgende Auskunft: „Der Hybrid wird in den nächsten Jahren interessant werden, reine Elektromobile werden aber wenig nachgefragt. Die Leute denken an ihr Portemonnaie“, sagte Jürgen Weber, Geschäftsführer im Autohaus Thüllen.

Erwähnenswert unter den vielen Unternehmen und Vereinen in der Innenstadt ist der Förderverein „Festung Zitadelle“ mit einem besonders großen Ausstellungsstand. „Jülich ist nicht nur eine Denkmalstadt (mit vielen Denkmälern), sondern ein Stadtdenkmal. Das italienische Jülich ist ein Alleinstellungsmerkmal“, betonte der Vorsitzende Conrad Doose. Eine Abwechslung beim sehr gut besuchten Festgeschehen war der rund acht Meter lange Baseball-Käfig des Baseball- und Softball-Vereins Jülich Dukes. „Ein perfektes Ding, um Schlagen zu lernen“, kommentierte der ehemalige Trainer Holger Fröhlich. Ein buntes Bühnenprogramm aus italienischer Musik und flotten Tänzen rundete das sonnenbestrahlte italienische Stadtfest ab.

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