Das „Glasbild des Monats“ zeigt ein Werk von Heinz Mack

Von: Astrid Dohmen
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Das „Glasbild des Monats“ zeigt ein Werk von Heinz Mack.

Linnich. Dass neben vielen im Glasmalerei-Museum Linnich gezeigten Werken mit figürlichen, naturalistischen Motiven auch Glaskunst zu finden ist, die die ungegenständliche Abstraktion in aller Konsequenz und Deutlichkeit kommuniziert, lässt sich am Glasbild „Divertimento für Klangfarben“ von Heinz Mack belegen.

Der Lichtkünstler Heinz Mack wurde 1931 in Hessen geboren, studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und ab 1953 Philosophie an der Universität in Köln. Seine Ausbildung schloss er mit dem Staatsexamen Kunsterziehung und Philosophie 1956 ab. Im Jahr 1958 gründete er mit Otto Piene die legendäre Künstlergruppe ZERO, zu der später auch Günther Uecker hinzustieß.

ZERO war nicht als das „Nichts“ zu verstehen; es ging nicht um die Destruktion der Kunst, sondern um einen radikalen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg. Benannt hat sich die Gruppe nach dem Zeitpunkt Null beim Raketenstart. Die vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender, kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung von Licht und Schatten in das künstlerische Schaffen.

Gegründet in Düsseldorf, wurde der Begriff ZERO bald weltweit bekannt. Bemerkenswert ist es, dass ZERO-Künstler auch das Material Glas für sich entdeckten, wie im Deutschen Glasmalerei-Museum zu sehen ist. Heinz Mack richtet seine ungegenständliche Glaskunst geometrisch aus und bezieht dabei ganz entscheidend die Bewegung und Aktion des Betrachters mit ein. So auch bei seinem 2004 entstandenen Glasbild „Divertimento für Klangfarben“.

Als Divertimento wird in der Musik ein mehrsätziges Instrumentalstück mit unterhaltsamem, tanzartigem Charakter bezeichnet.

Mack greift diesen heiteren Charakter in seinem Glasbild gekonnt auf, fängt die Stimmung gewissermaßen in Glas ein. Er arbeitet dabei nicht in der klassischen Technik der Bleiverglasung, sondern bedient sich der Fusing-Technik. Hierbei wird Glas verschiedener Formen und Farben so weit in einem speziellen Ofen bei ca. 800°C erweicht (nicht geschmolzen), dass sich die einzelnen Teile dauerhaft miteinander verbinden und reliefierte Glaswerke entstehen.

Die Farbauswahl hat Heinz Mack zunächst auf die Grundfarben beschränkt, wobei die großformatige blaue Fläche sicherlich das Augenmerk des Betrachters auf sich zieht. Durch das Fusing mit den Farben Rot und Gelb ergeben sich jedoch immer weitere Farbnuancen; die Farbpalette wird immens erweitert, ähnlich wie bei einem Musikstück, bei dem sich durch das Zusammenspiel einzelner Noten immer weitere Akkorde -eben Klangfarben- ergeben.

Zu sehen ist das „Divertimento für Klangfarben“ in der Dauerausstellung des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich, Rurstraße 9 - 11, 52441 Linnich

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Weitere Infos unter www.glasmalerei-museum.de.

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