Linnich - Das Frauen-Café ist ein wichtiges Austauschforum

Das Frauen-Café ist ein wichtiges Austauschforum

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
15231898.jpg
Gut angenommen wird das Frauen-Café in dem sich jeden Freitag Asylsuchende, Mitarbeiterinnen des Asylkreises sowie hauptamtlich Tätige treffen.
15231913.jpg
Wichtiger Bestandteil der Arbeit des Initiativkreises ist die Kleiderkammer, in der die Asylsuchenden so manches dringend Benötigte finden.

Linnich. „Die Willkommenskultur in Linnich ist schon in Ordnung“, sagt Karin Fürkötter, Mitarbeiterin des Sozialamtes der Stadt Linnich. Sie und ihre beiden Kollegen Stefan Helm und Harald Bleser können sich bei ihrer Arbeit für die Asylbewerber in der Stadt unter anderem auf den Initiativkreis Asyl stützen, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter sich engagiert einbringen und so manche Dinge übernehmen, die die drei Hauptamtlichen nicht leisten können.

Sie übernehmen Begleitdienste zu Ämtern, Behörden oder Ärzten, organisieren Sprachunterricht, haben eine Fahrradwerkstatt eingerichtet und erleichtern den Flüchtlingen in vieler Hinsicht ihren Alltag. Organisiert und koordiniert wird ihre Arbeit von Sylvia Karger, Sozialarbeiterin des Caritasverbandes der Region Düren-Jülich.

Bisher waren in den Flüchtlingsunterkünften in Welz und Gevenich überwiegend junge Männer untergebracht, die es zu betreuen galt. Seit Mai haben außerdem 50 Flüchtlinge in der ehemaligen Polizeischule in Haus 7 eine Heimat gefunden, und darunter befinden sich nun auch etliche Familien. Weitere werden im September folgen.

Die neun Frauen und acht Kinder brauchen schon eine andere Form der Betreuung als die jungen Männer, und so richtete der Asylkreis zunächst einmal für sie ein Frauen-Café ein, in dem sich jeden Freitag die Frauen sowie Mitarbeiterinnen des Asylkreises einfinden. Mit dabei sind auch jedes Mal Karin Fürkötter und Sylvia Karger, um aus erster Hand zu erfahren, wo der Schuh drückt, was man ändern und besser machen könnte, was den meist jungen Frauen fehlt.

Gesprochen wird über frauenspezifische Themen von Schwangerschaft und Geburt bis hin zu allgemeinen Gesundheitsfragen und Ernährung. Mittlerweile gibt es schon einen Strickkurs, und gemeinsam wird auch schon mal gekocht. Natürlich spielt auch das Erlernen der Sprache eine große Rolle.

Das Frauen-Café, das freitags von 9.30 bis 12 Uhr öffnet und zu dem auch Frauen aus der Stadt und der Region herzlich willkommen sind, erfreut sich großer Beliebtheit. Mittlerweile weckte es schon das Interesse der Männer, die auch gerne ein solches Treffen für sich organisieren wollten. So gibt es ab 15. September erstmals von 14.30 bis 16 Uhr ein Männer-Café. Außerdem wird es im Herbst ein Fahrradtraining geben, damit die Flüchtlinge auch sicher im Straßenverkehr unterwegs sind.

An das Café angeschlossen ist eine Kleiderkammer. Gemeinsam werden die Kleidungsstücke sortiert. Für alle Asylbewerber ist es eine gute Gelegenheit, sich mit allem Notwendigen einzudecken. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung ist dabei ungebrochen, doch nach wie vor fehlt immer Herrenkleidung in kleineren Größen.

Schultüte gepackt

Durch das Engagement des Asylkreises und die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung konnte ein kleines Mädchen, das jetzt eingeschult wird, mit allem Notwendigen für die Schule versorgt werden. Außerdem, so berichtete Karin Fürkötter, blieb noch etwas übrig, um die Schultüte mit einigen Dingen zu füllen, die kleine Mädchen lieben wie beispielsweise Haarspangen.

Ausgestattet wurde ein weiteres Mädchen, das mit Beginn es Schuljahres in der Gesamtschule Aldenhoven Linnich gehen wird. Ehrgeizig ist dieses Mädchen, wie Sylvia Karger berichtete. Eifrig lernt es Deutsch, und im Frauen-Café verriet die junge Dame ihren größten Wunsch. Sie möchte gerne später Medizin studieren. So liegt dann auch ihre Vorliebe in der Schule bei den naturwissenschaftlichen Fächern.

Doch, so berichtete Sylvia Karger auch, mit dem Engagement der ehrenamtlichen Helfer stößt man so langsam an Grenzen. Dringend werden noch Unterstützer gesucht, die sich als Hilfe und Begleitung für die Asylsuchenden anbieten, Sprachkurse geben oder sich in anderen Bereichen einbringen. Auch Spenden kann man noch gut gebrauchen. Ansprechpartner ist hier das Sozialamt Linnich.

„Man merkt es sehr gut, wenn Asylsuchende Unterstützung in der Bevölkerung bekommen. Sie tun sich mit der Integration wesentlich leichter, finden schneller Arbeit oder eine Wohnung“, erklärt Sylvia Karger. So ist man besonders stolz darauf, dass in Linnich vier Flüchtlinge aus Welz einen Ausbildungsplatz bekommen haben.

Als weiteres Ziel hat die Sozialarbeiterin nun die Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit in Linnich ins Auge gefasst. Mit den Sportvereinen hat man ebenfalls Kontakt aufgenommen, und erste Annährungen laufen da bereits.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert