Jülicher Land - Das Eschensterben greift im Jülicher Land um sich

Das Eschensterben greift im Jülicher Land um sich

Von: Antonius Wolters
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Landschaftswart Manfred Neulen vor der mächtigen Esche, die als Naturdenkmal Nr. 545 eingetragen und geschützt ist. Der sterbende Baum steht auf einer Weide von Gut Waldeck in Koslar.

Jülicher Land. Wer mit Landschaftswart Manfred Neulen aus Barmen im Jülicher Land unterwegs ist, erhält im Schnelldurchgang einen Bericht zum Zustand der Bäume, die von der Straße aus zu sehen sind. „Es ist erschreckend“, sind doch insbesondere Eschen die Sorgenkinder des 64-Jährigen, der das „lautlose Sterben“ einer der bedeutensten deutschen Baumarten beklagt.

„Langsam, aber sicher, verendet nach der Ulme die nächste Waldbewohnerin unserer Heimat“, schlägt er Alarm. Drastisch betroffen seien sowohl alte als auch junge Eschen, unabhängig vom jeweiligen Standort.

Der Landschaftswart kann die Symptome, die er an den kranken Bäumen konstatiert hat, genau beschreiben und entsprechende Beispiele in großer Zahl zeigen. Zunächst löst sich die Rinde an einzelnen Stellen und nimmt eine rötliche Färbung an. Das Wurzelwerk stirbt ab, die Baumkronen sind weniger stark belaubt, im fortgeschrittenen Stadium bleiben viele Äste sogar völlig kahl.

Etliche Eschen tragen auch im Frühjahr noch Samen und Früchte, die sie im Herbst ausgebildet haben und die inzwischen vertrocknet sind. „Die Bäume sterben über Jahre“, hat Neulen ein längeres Siechtum beobachtet. Der Grund für das großflächige Eschensterben ist eine Pilzinfektion mit dem Falschen Weißen Stängelbecherchen (Hymenoscyphus pseudoalbidus), der sich über den Wind massenhaft und auch über größere Distanzen ausbreitet. So sterben die Eschen inzwischen in ganz Europa, selbst bis nach Großbritanien sind die Sporen inzwischen gelangt.

Zwar werfen die Bäume schon im Sommer ihre Blätter ab, um den Schädling loszuwerden, doch der hat da längst die Triebe angegriffen. Auf diese Weise sind die Abwehrkräfte des Baumes rasch erschöpft, dessen Tod auf Raten erfolgt, nachdem der Pilz auch auf Äste und den Stamm übergegriffen hat. Dänemark hat durch den aggressiven Schädling bereits rund 90 Prozent seiner Eschen verloren. Experten gehen davon aus, dass Deutschland allein in den nächsten fünf Jahren etwa ein Drittel seiner Bestände einbüßen wird.

Hoffnung besteht nur für Eschen, die gegen den Pilz resistent sind. Diese sollen geklont werden, um einen Grundstock zu gewinnen, der dazu dienen kann, befallene Flächen wieder aufzuforsten.

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