Titz - Das erste Buch über die Landgemeinde Titz mit 16 Orten

Das erste Buch über die Landgemeinde Titz mit 16 Orten

Von: ptj
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Das Autorenteam mit (v.l.) Bürgermeister Jürgen Frantzen, Helmut Paar, Dr. Walter Liedgens, Hermann-Josef Göbbels, Norbert Schiffer, Wolfgang Hommel, Günter Bremm, Hermann-Josef Raufuß, Artur Faulhammer, Karl-Heinz Büchel und Karl-Josef Vonderbank. Foto: Jagodzinska
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Das Buch kostet 24,90 Euro, zu haben bei Fischer in Jülich. Foto: Jagodzinska

Titz. „Wenn man mit dem Fotoapparat in Titzer Dörfern unterwegs ist, kann es gut sein, dass man zehn Minuten später den Ortsvorsteher neben sich stehen hat, der fragt: Was tun Sie denn da?“ Diese Anekdote erzählte der Jülicher Buchhändler Wolfgang Hommel bei seiner Buchvorstellung „Titz – Geschichte der Landgemeinde und ihrer Dörfer“ im vollbesetzten Titzer Ratssaal.

Das im Jülicher Heimatverlag Jos. Fischer erschienene Buch ist „ein Buchprojekt von Wolfgang Hommel und Bürgern der Gemeinde“. So fasste der gastgebende Bürgermeister Jürgen Frantzen zusammen und gab mit einer guten Prise Humor Einblicke in die Entstehung des Werkes, das eigentlich bereits 2014 unter dem Weihnachtsbaum liegen sollte. Frantzen ließ jedenfalls das Volumen seines E-Mail-Postfachs erweitern, das Hunderte von Mails mit Wolfgang Hommel zu sprengen drohten.

„Habt ihr nichts über…?“, solcherlei Anfragen in der Buchhandlung Fischer hatten Hommel bewogen, das erste Buch zu schreiben, das die Landgemeinde in Gänze in Schrift und Bild darstellt und gleichzeitig breiten Raum für die jeweiligen Charakteristika der 16 Dörfer herausstellt. Doppelorte wie Rödingen/Höllen, Müntz/Hompesch oder Mündt/Opherten sind einzeln aufgeführt. Weil sie einst zu Rödingen zählten, sind die Altorte Lich und Steinstraß einbezogen.

„Wer weiß am meisten über den Ort?“ Diese Frage hatte etliche Kenner der Geschichte der jeweiligen Ortschaften, darunter fünf Ortsvorsteher, auf den Plan gerufen. So wuchs ein 15-köpfiges Autorenteam zusammen. Das Werk ist auf bestehender Grundlagenliteratur, etwa von Heimatautoren Heinrich Tischler, Leo Hamacher oder Heinrich Joppen, aufgebaut.

Die Gestaltung der Neuerscheinung hatte Buchhändler Jürgen Schmitte übernommen, die historischen Fotos oder Kupferstiche entstammen Vereinsarchiven der Dörfer. Weil Rödingen „ein sehr gutes Archiv hat, das bei den Historetten angesiedelt ist“, finden sich besonders viele Abbildungen aus Rödingen wieder. Bei manchen Fotos fehlen die Bildunterschriften, weil die Identifizierung dargestellter Personen oder der Orte nicht eindeutig ist. Ein Beispiel ist eine „Aussaatgruppe“ 1933.

Auf den blauen Buchseiten wird die Geschichte der Gemeinde erläutert, beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte. Die grünen Seiten behandeln „ein Dutzend Themen“: Flora und Fauna, Landwirtschaft, den ripuarischen Dialekt, Religion, Bruderschaften, Brauchtum, Schulen, Sport, Feuerwehren und „Titz und der LVR“. Die gelben Seiten markieren die Einzeldarstellung der Orte in alphabetischer Reihenfolge, mit Ortsschild, Luftaufnahme, historischen und aktuellen Fotos und Namensdeutungen. Die magentafarbenen Seiten kennzeichnen den Ausblick.

Eine dreifarbige Grafik mit Zeittafel zeigt die Zugehörigkeit der Titzer Orte zu verschiedenen Körperschaften im Lauf der Jahrhunderte auf und „wie die Dörfer zur Gemeinde geworden sind“. Ein Beispiel ist der kleine Ort Ralshoven, der bis 1794 Teil des Herzogtums war und vom Amt Boslar verwaltet wurde. In der Franzosenzeit zählte er zur Mairie Hottorf innerhalb des „Cantons du Titz/Juliers“, war bis 1936 Gemeinde in der Verwaltung vom Amt Hottorf im Kreis Jülich.

Danach war das Dorf Teil der Gemeinde Gevelsdorf, die vom Amt Titz verwaltet wurde, die 1969 die Selbstständigkeit als Gemeinde verlor und bereits Teil der Gemeinde Titz wurde, bis dann 1972 alles in der Gemeinde Titz im Kreis Düren zusammengelegt wurde.

Allgemeines Schmunzeln erntete die Tatsache, dass Titz 1802 „über Jülich herrschte“. Die Franzosen hatten den Ort kurzerhand zum Hauptort des Kantons rechts der Rur inklusive Jülich gemacht. Nach sechs Wochen entschieden sie sich neu, zunächst für Mersch, später für Jülich.

Letzte Aufnahme auf Seite 272 ist ein aktuelles Foto einer Oldtimerrallye durch Hasselweiler, die das Ende einer langen Rundreise symbolisiert. Abschließend bedankten sich die Autoren für die „interessanten Abende“ und die „sehr gute Umsetzung“ durch Wolfgang Hommel.

Das Buch kostet 24,90 Euro, zu haben bei Fischer in Jülich.

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