Das Erneuerbare-Energien-Gesetz diskutiert

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Podiumsdiskussion im Rahmen der 29. Summer School Renwable Energy: Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie diskutieren im Auditorium auf dem Campus Jülich der FH Aachen zum Thema EEG-Reform. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. „Die Zukunft des Eneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – wie viel Subventionen brauchen die erneuerbaren Energien?“ lautete das Thema der diesjährigen Podiumsdiskussion im Rahmen der „Summer School Renewable Energie“ im Auditorium auf dem Campus Jülich der FH Aachen.

Das Solar-Institut Jülich organisiert den Sommerkurs für Studierende aller Fachrichtungen jährlich seit 1985. In Fachvorträgen, Praktika und Exkursionen erhalten die Studierenden aktuelles Wissen zu innovativen Energiesystemen. Rund 100 Hörer verfolgten die Diskussionsrunde.

Das Podium setzte sich aus Experten der Wissenschaft, Politik und Industrie zusammen und diskutierte die Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes. Dr. Rüdiger Urban, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung, NRW, übernahm die Moderation. Ralf Christmann vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sieht im EEG ein erfolgreiches Instrument für die Klimaschutzziele und ein Garant für die Energiewende.

Im Fokus stehe unter anderem der planbare und steuerbare Ausbau der Erneuerbaren Energien, sowie eine bessere Lastenverteilung der Kosten. Für Jan Dobertin, Landesverband Erneuerbare Energien, ist die Deutsche Energiewende ebenfalls eine Erfolgsgeschichte und ein internationales Vorbild. Mit dem neuen EEG werde die Energiewende weitergehen, aber in einem verminderten Tempo. Tobias Jaletzky, Eurosolar, betonte, dass das EEG keine Subvention für die Erneuerbaren sei, sondern ein Umlageverfahren. In Folge des EEGs ist der Marktanteil der Erneuerbaren auf 25 Prozent angestiegen. Doch es müsse noch mehr getan werden: „Zukünftig muss ein Markt geschaffen werden, der die Erneuerbaren ins Zentrum stellt“, sagte Jaletzky. Anke Schweda von der Industrie- und Handelskammer Aachen stellte klar, dass die Unternehmen die Zusatzkosten nicht weitergeben können und in irgendeiner Form kompensiert werden müssen.

Dr. Dietmar Lindenberger vom Energiewirtschaftlichen Institut, Uni Köln, beleuchtete das Thema aus volkswirtschaftlicher Sicht. Der Hauptgrund des EEGs sei der Klimaschutz, der eine globale Aufgabe darstelle. „Es bedarf regionaler Vorreiter“, ist Lindenberger überzeugt, „doch wenn die Entwicklung zu schnell und zu teuer wird, verlieren wir die Balance und das Gesetz verliert an Sinnhaftigkeit.“ Moderator Urban stellte die Frage: „ Was ist, wenn kein Wind weht und die Sonne nicht scheint“? Prof. Dr. Ulf Herrmann, Solar-Institut Jülich der FH Aachen, antwortete: „Natürlich brauchen wir Speicher. Am Ende werden aber die Rahmenbedingungen bestimmen, ob ich mich auf Importe verlasse oder über die Steuerung des Bedarfs gehe.“ Das Ziel sei, umweltfreundliche Technologien zu entwickeln. Dieses Ziel soll nicht verändert werden, sondern der Weg dorthin und wie lange er dauert.

Urban betonte, CO2 freie Stromerzeugung sei nicht zum Nulltarif zu bekommen und Herrmann verdeutlichte, dass die CO2 Reduktion derzeit nicht funktioniere, denn die Verdrängung der Kernenergie ergebe keine CO2 Ersparnis.

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