Jülich - Das Denkmal Brückenkopf ist „angeschlagen”

Das Denkmal Brückenkopf ist „angeschlagen”

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Vom Ort der Stille bis zum Steg derzeit nicht mehr bootstauglich: Der Weiher um das Denkmal Brückenkopf ist teilweise gesperrt. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Eigentum verpflichtet - erst recht, wenn es sich um ein Denkmal handelt. Der napoleonische Brückenkopf ist dafür derzeit ein prominentes Beispiel. Er wurde in Teilen zur Landesgartenschau 1998 saniert. Inzwischen ist der Besitz der Stadt Jülich wieder „angeschlagen”.

Vier der Geschichte der Herzogstadt verpflichtete Vereine sehen den Bauzustand „nicht ohne Sorge” und regen in einem gemeinsamen Antrag an, schnell zu handeln.

Die Palisaden auf dem Kronwerk der Bastionen sind morsch. „Wir haben Angst, dass sie runterkommen”, sagt auch Park-Geschäftsführerin Dr. Dorothee Esser auf Anfrage. Einmal ist das schon passiert. Wenn sich darunter spielende Kinder aufhalten, könne viel passieren. Deshalb wurden die gefährdeten Palisaden-Bereiche nun mit einem Bauzaun gesperrt.

Der Brückenkopf-Verein, der Bürgerbeirat Historische Festungsstadt, der Förderverein Festung Zitadelle und der Jülicher Geschichtsverein sind der Meinung, dass der Zaun den Anblick der Festung „verschandelt” und Besuchern den Zugang zu interessanten Teilen der Festung verwehrt - zum Beispiel zum Aussichtspunkt auf der Südbastion. Sie fordern: „Der Bauzaun muss schnellstmöglich verschwinden.” Die Vereine beantragen ferner, die teilweise schadhaften Palisaden aus Fichtenholz umgehend zu ersetzen und den Einsatz haltbarerer Materialien zu prüfen.

Ein neuralgischer Bereich des Brückenkopfes ist auch die Mittelbastion, die 1998 zur LaGa bewusst nicht saniert wurde. Wie Dorothee Esser erklärt, könnten aus dem Mauerwerk Steine fallen. Deshalb wurden die beliebten Kahnpartien auf dem Weiher um das Denkmal eingeschränkt. Zwischen „Ort der Stille” und dem Steg vor der Südbastion ist jetzt praktisch eine Sperrzone für Boote.

Der Antrag der Vereine sieht vor, die betroffenen Mauern „durch geeignete Maßnahmen” wie zum Beispiel ein Drahtnetz zu sichern - oder durch Bojen in ausreichendem Abstand die Kahnfahrer an der Feldseite entlang zu führen.

Die Stadtverwaltung hat im Rat angekündigt, die Vorschläge zu prüfen und eine Detaillösung zur Erneuerung der Holzpalisaden zu erarbeiten. Sie wird auch eine Kostenermittlung vorlegen. Es ist aber davon auszugehen, dass allein die Palisaden-Sanierung eine sechsstellige Summe kosten dürfte.

„Mir ist natürlich daran gelegen, dass der Brückenkopf wieder in einen repräsentativen Zustand versetzt wird”, sagte die Parkgeschäftsführerin der Redaktion. Dorothee Esser verweist aber auch darauf, dass der innere Bereich der Festung (Defensionsgang vor dem „Ort der Stille” und Nördliche Wachstube) zugänglich sind.
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