Das da Theater: Dosenkind Konrad sorgt für Verwirrung

Von: ptj
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Die Promenadenschüler fiebern mit und haben Spaß. Foto: Jagodzinska
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Konrad ist ein programmiertes „Dosenkind“, das die aufgetakelte und chaotische Berti Bartolotti irrtümlich im Internet bestellt hat.

Jülich. „Guten Tag, Mutter“, sagt der siebenjährige Konrad, als er aus seiner überdimensionalen Konservendose steigt. Er ist ein programmiertes „Dosenkind“, das die aufgetakelte und chaotische Berti Bartolotti (Michaela Spänle) irrtümlich im Internet bestellt hat.

Konrad (Rebecca Selle) ist ein Musterkind, den „alles, was verboten ist, bedrückt“. „Konrad – das Kind aus der Konservenbüchse“ heißt das zugleich komische und nachdenklich stimmende Theaterstück aus der Feder der Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger. Vier Darsteller, davon zwei in Doppelrollen, brachten es in der Turnhalle der Promenadenschule auf ihre mobile Bühne.

Die Schule war von der Aufführung des mobilen Das Da Theaters im vergangenen Jahr so begeistert, dass sie das Ensemble mit ihrem neuen Stück gleich wieder gebucht hatten – zum größten Teil finanziert durch den Förderverein.

Zurück zum Stück: Schon der voll bepackte Briefträger bringt das Problem der Zeit auf den Punkt: „Ich mach mich für die Leute kaputt, die jeden Tag so viele Päckchen kriegen...“, singt er. Er weiß mit Blick auf Berti: „Zu helfen ist Ihnen wohl nicht mehr“.

Dann kommt doch alles anders: Die Protagonistin will Konrad gleich behalten, obwohl sie dessen Vernunft und einprogrammierter Gehorsam gleich irritieren. Sie wünscht ihm eine ganz normale Kindheit. Auch ihr Apotheker-Freund Egon (Philipp Scholz) ist angetan von Konrad, aber gerade wegen seiner Perfektion. Er fragt das Kind sogar: „Konrad, hättest du was dagegen, wenn ich dein Vater werde?“

Dagegen hat der Junge natürlich nichts einzuwenden. Allerdings ist er hin- und hergerissen zwischen dem strebsamen Vater und der schlagfertigen Mutter, die das Schimpf-Alphabet bestens beherrscht. Beide Elternteile geraten sich wegen der Kindererziehung im Übrigen gehörig in die Haare. Als aber der schmierige Kinderfabrik-Direktor (Tobias Steffen) an die Tür klopft und den falsch bestellten Konservenjungen wieder abholen will, einigen sie sich, um fortan gemeinsam Eltern zu sein. Konrad wird auf mütterliche Anregung in einem Intensivprogramm umgeschult.

Seiner richtigen Bestellmutter gegenüber gibt er sich später so ungehörig, dass weder sie noch die Kinderfabrik ihn mehr gebrauchen können. Er darf also bleiben.

Zur Begeisterung der mitfiebernden Grundschüler belebten Sprachwitz, freche Lieder und schräge Typen vor ständig hin- und hergeschobener Mobilbühnenkulisse die Handlung: Fernsehsprecher stiegen aus dem Gerät ins Wohnzimmer und Lieder begannen etwa mit „Eene mene Mopel, wer frisst Popel...“

Gesungenes Fazit der spannenden Handlung: „Auch Fehler werden akzeptiert. Nobody is perfect“. Auf den Applaus der Schulkinder wurde die gesungene Schlussszene gerne wiederholt.

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