Das alte Jülich: Ein Streifzug

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Dr. Peter Nieveler unternahm mit seinen zahlreichen Zuhörern einen Ausflug in das alte und auch neue Jülich. Foto: Kròl

Jülich. Gut wird stets das Kultur-Café der evangelischen Erwachsenenbildung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Jülich besucht. Jeden ersten Mittwoch im Monat ist dort ein Frühstück angesagt, in dessen Verlauf Vorträge und Diskussionen zu ganz unterschiedlichen Themen auf dem Programm stehen.

Lesungen, Reiseberichte, Kulturelles und vieles mehr sind dann an der Tagesordnung, doch die Veranstaltung am Aschermittwoch sprengte den sonst üblichen Rahmen.

Statt der meist 40 bis 50 Gäste waren mehr als 80 gekommen, um gemeinsam mit Dr. Peter Nieveler einen Streifzug durch das Jülich vergangener Tage zu unternehmen. Als alter Jülicher weiß er noch vieles aus der Zeit nach dem Krieg, doch er selbst war bei seiner Suche in den Archiven nach alten Fotografien, Postkarten und Dokumenten erstaunt, wie viel er in der Zwischenzeit schon vergessen hatte.

Systematisch ging der ehemalige Bürgermeister mit seinen Zuhörern die markanten Bauwerke und Ecken seiner Heimatstadt durch, stellte Fotos aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, nach dem Wiederaufbau und heute gegenüber.

„Das ist die Schnittstelle zwischen gestern und heute“, bemerkte er bei seinem ersten Foto, einer Aufnahme, die direkt nach dem 16. November 1944 gemacht wurde, als um 15.27 Uhr der große Angriff auf Jülich begann. Gottseidank, so erinnerte er, hatten zu diesem Zeitpunkt die meisten Jülicher die Stadt verlassen.

Wer die nun folgenden Bilder sah, konnte kaum glauben, dass Jülich sich noch einmal aus Schutt und Asche erheben werde und doch zeigten diese Aufnahmen auch, dass selbst in den Trümmern noch Menschen lebten.

Daraufhin begann der ehemaligen Lehrer und Bürgermeister seinen Rundgang durch die Stadt. Da er sich nun einmal im Haus der evangelischen Kirchengemeinde befand, machte er in deren Areal seinen Anfang. Er zeigte Bilder der Kirche von 1745 bis heute.

Vieles hatte er dazu zu berichten. Er ging weiter zum ehemaligen Schlachthof, wo heute das Peter-Beier-Haus und das Stammhaus stehen, zum evangelischen Friedhof und von dort in die Stadt zum Hexenturm, Marktplatz, Rathaus, zu der ehemaligen Jesuitenkirche dort und natürlich der Propsteikirche und selbstverständlich auch zur Zitadelle.

Immer weiter zog er seine Kreise, und wer Dr. Nieveler kennt, weiß auch, dass er es nicht beim Aufzählen von Tatsachen belässt. So manche eigene Erfahrung, auch aus seinen Kindertagen, und so manche kleine Anekdote steuerte er bei, so dass es ein sehr unterhaltsamer Vormittag wurde.

„Ich weiß ja nicht, was Sie von mir erwarten“, hatte er zu Beginn gefragt und prompt die Antwort erhalten „Viel“. Diese Erwartung wurde dann auch nicht enttäuscht. Vielleicht gibt es ja auch noch einmal eine Wiederholung, denn wie Nieveler zu Beginn erklärte, stehen in den Archiven noch viel mehr Fotos und Dokumente zur Verfügung.

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