Das „Altarboot“ geht auf große Fahrt

Von: ptj
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Das Altarboot verlässt die Engelsdorfer Werkstatt: Unser Bild zeigt das Team (v.l.) bestehend aus Heidari Baskim, Ignazio Fernandez, Maria Fernandez, Jürgen Holst und Juan Fernandez. Foto: Jagodzinska

Engelsdorf. Ein prächtiges Plattboot aus symbolhaft verzierten Zedernplanken mit Rahmenelementen aus Eiche verließ am letzten Oktobertag die Werkstatt der Burg Engelsdorf. Insgesamt zwei Jahre lang – unterbrochen von etlichen Reisen ins Heilige Land – hatte ein fünfköpfiges Team hier unter der künstlerischen Leitung von Maria Fernandez an dem „Altarboot“ geplant und gebaut: Ehemann Juan und Sohn Ignazio Fernandez, Jürgen Holst aus Hamburg und Baskim Heidari aus Aldenhoven.

Die Engelsdorfer Künstlerin hatte sich von dem 1986 von Archäologen nahe des Kibbuz Ginnosar am Ufer des Sees Genezareth gefundenen „Jesus-Boot“ inspirieren lassen: Aus dem 8,5 Meter langen und 2,5 Meter breiten Boot in der bekannten Rumpfbauweise von Federn und Nuten und Zapfen hatte sie eine Synthese in reduzierter Form geschaffen. Von einem solchen Boot aus hatte Jesus gepredigt und seine Jünger die Netze auswerfen lassen.

Per Lkw wird das Boot nun zum Antwerpener Hafen transportiert, wo es am 26. November verschifft wird. Sein Bestimmungsort ist das geistliche Zentrum „Duc in Altum“ im frisch eingeweihten Magdalacenter im israelischen Magdala in Galiläa, dem Geburtsort Maria Magdalenas.

Galiläa ist eines der unter Christen bekanntesten Gebiete aus dem Wirken Jesu. Hier wurden auch die Ruinen einer antiken jüdischen Synagoge entdeckt, der ersten überhaupt, von der man annehmen kann, dass Jesus sie besuchte.

Auf Originalboden

Seinen Platz findet das „Altarboot“ vor einem Glasfenster mit stimmiger Fresko-Malerei und Mosaiken auf dem Originalboden von Magdala, am Ufer des Sees Genezareth. Als Ort des liturgischen Gebetes und sakramentaler Feiern soll es helfen, die Ereignisse des öffentlichen Lebens Jesu in dieser Region besser zu verstehen. Darüber hinaus, und das ist Maria Fernandez sehr wichtig, soll es einen Platz für ökumenischen und interreligiösen Austausch unter den monotheistischen Religionen bieten.

„Das Boot ist ein Symbol für uns alle“, betonte Maria Fernandez. Ein Beispiel ist die „Arche Noah“ als Bedeutung des Bundes Gottes mit den Menschen, die trotz unterschiedlicher Betonung in allen drei Offenbarungsreligionen eine große Rolle spielt. Auch die vielen palästinensischen Handwerker, mit denen die Engelsdorfer Künstlerin in Israel zusammengearbeitet hat, „wollen in die Kirche kommen und (vor dem Altar-Boot) beten“.

„Wir haben Tag und Nacht gebrasselt. Im letzten Moment fallen einem die ganzen Details ins Auge“, fasste die Künstlerin zusammen, die trotz ihre Müdigkeit fröhlich lächelte. „Die Form muss fließen, das ist ja kein Möbelstück“, setzte sie nach.

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