Dank Jülicher Forscher hat Kaiser Augustus ein neues Gesicht

Von: Guido Jansen
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Bürgermeister Axel Fuchs (l.) bedankte sich bei den Köpfen hinter der Vicus-AG für die gelungene Augustus-Ausstellung. Foto: Guido Jansen

Jülich. Bald können die Jülicher und die Besucher der Stadt dem ersten Kaiser Roms ins Gesicht schauen. Gerade entsteht am Forschungszentrum Jülich die Rekonstruktion einer Büste des Augustus, des Mannes, der für einen der größten Einschnitte in die Geschichte gesorgt hat, weil er die römische Republik abgeschafft und in eine Monarchie umgewandelt hat.

Die Rekonstruktion ist das Resultat der Zusammenarbeit der Vicus-AG mit dem Forschungszentrum. Die Vicus-AG ist der Zusammenschluss von Historikern und Archäologen aus Aachen, Maastricht, Heerlen und Jülich, die die Ausstellung „Fahndung nach August“ konzipiert haben. In allen vier Städten war die Ausstellung schon zu sehen. Jetzt kehrt sie zurück in das Jülicher Museum Zitadelle. Im Verlauf des Februars kommt die neu erstellte Büste dazu. Genau genommen sind es zwei.

Augustus war der erste Kaiser Roms. Und er war ein Meister der Selbstinszenierung. „Das jüngste Bildnis, das er von sich hat verbreiten lassen, stammt aus dem Jahr 20 vor Christus“, sagte Prof. Klaus Scherberich, Historiker an der RWTH Aachen und Vicus-Mitglied. „Dabei hat er danach noch fast 35 Jahre geherrscht.“ Der Kaiser hat sich so ewige Jugend verliehen. „Es geht darum, einen Blick hinter diese inszenierte Fassade des Kaisers zu werfen“, erklärt Scherberich den Grundgedanken der Ausstellung „Fahndung nach Augustus“.

Diesem Blick verleiht Dr. Dietrich Faidel vom Forschungszentrum bald noch mehr Schärfe. In den kommenden Tagen und Wochen entstehen unter seiner Regie die zwei Büsten. Das Neue ist der Hinterkopf. Er ist auf der Basis einer kleinen Büste entstanden, die im 19. Jahrhundert im Stolberger Raum gefunden wurde. „Sie hat vermutlich einem hochrangigen Beamten gehört, der sie damals von Ägypten nach Stolberg mitgebracht hat“, sagt Marcell Perse vom Jülicher Museum.

Ägypten, weil es den Stein Basamid, aus dem der Kopf gefertigt wurde, nur dort gibt. Allerdings ist nur der Hinterkopf erhalten. Die Vorlage für das Gesicht liefern eine Büste aus Köln und eine aus dem Pariser Louvre. Faidel hat sie mit einem Streifenlichtprojektor gescannt und fertigt sie bald an mit Hilfe eines dreidimensional arbeitenden Druckers. „In dieser Zusammenarbeit wird auch das Motto der Stadt Jülich lebendig: Historische Festungsstadt – Moderne Forschungsstadt“, sagte Perse.

Die zwei neuen Büsten seien damit nicht nur Repliken, sondern auch ein Zeugnis ihrer Entstehung, bei der Hochtechnologie eingesetzt werde. Bürgermeister Axel Fuchs bedankte sich bei der Vicus-AG für die „gelungene und ertragreiche Kooperation“, die bisher 20.000 Besucher angelockt hat. „Diese Ausstellung zeigt, wie tief unsere gemeinsamen Wurzeln reichen“, sagte Fuchs mit Blick auf die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in der AG.

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