„Da Vinci-Festival“: Beifall für Kathy Kelly und das Burgtheater

Von: ptj
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Stargast Kathy Kelly begeistert mit der Kraft ihrer Stimme.
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Klasse Interpretation des Burgtheaters Overbach der Machiavelli-Komödie „Mandragola“. Unser Bild zeigt die Schlussszene mit den drei Protagonisten im Hintergrund. Hinten in der Mitte ist Theaterleister Réné Blanche als „Messer Nicia“ zu sehen. Foto: Jagodzinska
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Im Mittelpunkt der Kunstausstellung von Olga Peters steht ihr neuer Zyklus „Gefesselt“.

Barmen. Höchsten Ansprüchen gerecht wurde das vom Burgtheater Overbach veranstaltete „Da Vinci-Festival“ in Haus Overbach. „Wir feiern heute die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft“, brachte Stargast Kathy Kelly die Hintergründe des Events auf den Punkt, nachdem ihr Publikum sie in der Klosterkirche frenetisch gefeiert hatte.

„Ich hätte nicht gedacht, dass sie das drauf hat“, staunte eine Zuhörerin über die Kraft ihrer Stimme. Als „großer Fan der ganzen Kelly-Family“, die besonders die „tolle Stimme von Kathy Kelly“, mag, wusste die 24-jährige Alina Loup hingegen schon vorher, was sie erwartet. Und richtig! Gemeinsam mit dem Aachener Pianisten Tobias Koltun verband Kathy Kelly, die mit ihrer musikalischen Großfamilie im Mai in Dortmund ihr Comeback feiert, eindrucksvoll die „E-Musik mit der U-Musik“, wie Koltun es ausdrückte, also die ernste Musik mit der Unterhaltungsmusik.

Als ideales Verbindungsglied erwiesen sich dabei jeweils zwei emotionsgeladene Arien aus italienischen Opern, abgerundet von einem irischen Volkslied oder einem bekannten Kelly-Song wie „David's Song“ (Who'll come with me). Nach jedem Set erntete das Duo begeisterte Akklamationen. Zur Einstimmung sang die Sopranistin „Yo te quiero“ und begleitete sich dabei auf der Gitarre. Im letzten Set folgte auf die Arie „Tosca“ von Giacomo Puccini „An Angel“ von Paddy Kelly. Abschließend lobte die sympathische Sängerin Koltun als „allerbesten Begleiter im klassischen Bereich, der sich auch in modernen Sachen gut schlägt“.

Nach dem Ausnahmekonzert verfolgten die Gäste mit Spannung in der Aula die vom Burgtheater kreativ umgesetzte halbstündige Fassung der bedeutendsten Renaissance-Komödie „Mandragola“ von Niccolo Machiavelli. Réné Blanche, Leiter der Aachener Schauspielschule und des Burgtheaters, spielte den in Florenz lebenden Rechtsgelehrten Messer Nicia, der seine tugendhafte Frau Lukrezia (Anne Papenfuß) nicht zu schwängern vermag, obwohl er sich sehnlichst ein Kind wünscht.

Der Edelmann Callimaco (Thomas Adamek) begehrt Lukrezia und will sie um jeden Preis für sich gewinnen. Mit Hilfe eines Kupplers, eines geldgierigen Mönches, intriganten Verwandten und Dienern und dem namengebenden Aphrodisiakum Mandragola (Alraune) gelingt sein Plan. „Die Nacht ist vorbei und der Tag bringt ans Licht, wie unglaublich diese Geschichte ist“, fassten die zehn ausdrucksstarken Darsteller am Ende der Handlung zusammen. Donnernder Applaus ertönte als Lohn des Ensembles und Sätze wie „Oh, schon vorbei?“ waren aus dem Publikum zu hören.

Auch das Rahmenprogramm des Festivals war ganz den Talenten des Universalgenies da Vinci gewidmet. Live-Musik spielte die beliebte Jülicher Sängerin und Gitarristin Virginia Lisken, begleitet von Jo Lisken auf der Cajon. Malerei in diversen Facetten zeigte die 27-jährige Deutsch-Russin und Autodidaktin Olga Peters. „Gefesselt“ heißt die aktuelle Serie ihrer Acrylmalerei auf Leinwand, die den „Einfluss der Gesellschaft auf den Menschen“ zum Inhalt hat.

Weil da Vinci als Techniker und Erbauer von Apparaten seiner Zeit weit voraus war, passte auch die Foto-Ausstellung von Irina Schumacher aus dem russisch-deutschen Kulturverein „Wurzeln“ zum Thema des Festivals. Die Ukrainerin, die seit ihrer Kindheit fotografiert, hat ein Faible für den Themenkreis Natur und Tiere. Ins Auge fielen eine romantisch-winterliche Fotografie vom Barmener See oder die Nahaufnahme eines schwimmenden schwarzen Schwans. „Kulinarische Kunst“ wie die „Barchetta Milanese“ oder „Barchetta Fiorentina“, russischer Tee und irisches Bier rundeten das Großereignis ab.

Zum Abschluss bot sich den in zwei aufeinander folgende Shows aufgeteilten, insgesamt mehreren hundert Gästen die Möglichkeit, wie Leonardo da Vinci, der die kopernikanische Astronomie in ein völlig neues Licht stellte, im Astrolab in die Sterne zu schauen.

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