Jülich - Comedian Marc Breuer begeistert als multiple Persönlichkeit im Kulturbahnhof Jülich

Comedian Marc Breuer begeistert als multiple Persönlichkeit im Kulturbahnhof Jülich

Von: ptj
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Löschmeister Josef Jackels liebt das Jülicher Publikum – und umgekehrt. Foto: Jagodzinska

Jülich. Einen umwerfend komischen Abend mit überspitzten Klischees und intensivem Kontakt zum Alleinunterhalter erlebte ein begeistertes Publikum im Saal des Jülicher Kulturbahnhofs.

In seinem dritten Soloprogramm „Löschen, Retten, Keller leerpumpen“ verkörperte Routinier Marc Breuer aus dem legendären „Rurtal-Trio“ mit spürbarer Spielfreude gleich vier schillernde Persönlichkeiten aus dem kleinen, beschaulichen „Schluppendorf“ im Selfkant, in dem die Freiwillige Feuerwehr eine herausragende Rolle spielt.

In den Bühnenspaß führte Feuerwehr-Hilfspraktikant Richard Borowka mit blonder Perücke als „enschagierter“ Veranstaltungsleiter mit quietschendem Megafon ein. Er moderierte den Wechsel der Charaktere und bewarb später facettenreich die „Party des Jahres 2018“ in Schluppendorf. Hauptdarsteller und Löschgruppenführer Josef Jackels mit „f wie Vollpfosten“, sprach nicht nur wegen seines Lampenfiebers mühsam, das „W“ wie im Englischen gerollt.

Weil die Feuerwehr ein schwerwiegendes Nachwuchsproblem hat und Jackels die Sicherheit in allen Lebenssituationen am Herzen liegt, ließ er Bewerbungszettel für den Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr im Publikum verteilen. Eine „Goldfischurne“ auf der Bühne wartete den Abend über, mit Bewerbungen gefüllt zu werden. Die Anforderungen waren niedrig, denn: „Intelligenztests haben wir abgeschafft. Das macht keinen Sinn im Ort“.

22 tiefgefrorene Kaninchen sollten interessierte Bewerber locken. Die Männer wollte er vor allem „über die Technik kriegen“. In seinem lachmuskelstrapazierenden „Fachvortrag“ über das neue Löschfahrzeug „MAN LF 14“ stellte Jackels eine revolutionäre These unter Beweis, nämlich dass „der neue Feuerwehrauto besser ist als der alte Feuerwehrauto“. Weil sich die Schluppendorfer Dorfbevölkerung die Notfallnummer 112 nicht merken kann, rockte er schließlich zum selbstgedichteten Lied „112, die musst du wählen...“ in aberwitziger Manier über die Bühne.

Eine echte Liebeserklärung...

Intensivsten Kontakt hielt er zu den Zuschauern. Unter ihnen begrüßte er etwa den vermeintlichen „Kreisbrandmeister Jansen“ oder „Herrn Pastor Ambrosius, der mit seiner Haushälterin gekommen ist“. Ohne Scheu nahmen die Angesprochenen das Mikro zur Hand und warben für die Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Ferner schlüpfte Breuer in die Haut des großzügigen „Big Spenders“ Heribert Oellers im „Zitröön“-Kittel, dessen Werbemelodie in jedem kurzen Kostümwechsel gespielt wurde. Ein absoluter Hammer war Breuers Rolle als Rockstar Manfred Mertens alias „Manni, the voice“ aus der Rockband „Top Sound“. In langer Lockenperücke, mit erstklassiger Gestik und Mimik und mit Tigerslip über seiner schwarzen Jeans heizte er mit dem Song „Rauch auf den Straßen“ (Melodie: „Smoke on the water“) ein. Er sprang mitten ins Publikum, zog zu guter Letzt seine knappe Jeansjacke aus und warf sie seinen absolut begeisterten Gästen zu.

Köstlich war ebenfalls, dass er seinen Tigerslip bei seinen nächsten Kostümwechseln als Friedhelm Schluppe, Leiter des Schluppendorfer Männergesangvereins, Borowka und abschließend wieder Josef Jackels auszuziehen vergaß.

In der Zugabe wertete der Löschmeister die Zettel aus, auf denen sich mutige Zuschauer phantasiereich beworben hatten. Breuer zeigte sich genauso begeistert von seinem Publikum wie umgekehrt: „Wenn ich die Wahl hätte zwischen Euch und sechs Wochen Hawei...“, strahlte er sie an und setzte nach: „Ich würde Euch vermissen“. Tosender Applaus belohnte den Comedian.

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