Comedian Hennes Bender überzeugt mit abwechslungsreicher Show

Von: ptj
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Klein und laut: Schnellsprecher und -gestikulierer Hennes Bender bereitet seinem Publikum im KuBa einen höchst vergnüglichen Abend. Foto: Jagodzinska

Jülich. Comedian Hennes Bender schoss als schnell sprechender und ebenso schnell gestikulierender Wirbelsturm über die Bühne im KuBa. Nicht zum ersten Mal gab der Bochumer dort eines seiner höchst amüsanten Gastspiele. „Kleinlaut“ heißt passenderweise die neueste Show des 1,62 Meter kleinen und gar nicht leisen Komikers, der sich selbst als „eher südländischen Latino-Typ“ empfindet.

„Das, was ich mache, ist nicht nur mein Broterwerb, das ist meine Lebenseinstellung“, verriet er später und riet seinen Fans, „Situationen zu akzeptieren“. Seine Aussage unterstrich er mit einem ausdrucksvollen „Akzep-Tanz“ . Der 47-jährige Startreck-Fan und bekennende Jedi, nach dem Motto „Die Macht ist mit mir“, ist sehr direkt: „Ich gehöre gar nicht zur Til Schweiger-Fangruppe, ich habe keine Vagina“, betonte er eingangs und hatte damit die Lacher sofort auf seiner Seite. Auch war er gleich auf Du und Du mit dem Publikum im gut gefüllten Saal. Wer sich lieber in Ruhe seine Show ansehen möchte, sollte nicht gleich in der ersten Reihe Platz nehmen. Bender bevorzugt „einfach Stand-Up-Comedy“ ohne Pyroeffekte. Mit seinem Programm will er – zur Begeisterung des Publikums – „ganz einfach wieder sein Mikro rausnehmen und back to the roots“.

Nicht verzichten wollte er allerdings auf ein Intro im stimmungsvoll abgedunkelten Laserlicht. Die wohlklingende Männerstimme sang ein Loblied auf „den Kuri-Giganten mit sexy lockigem Haar“, von dem man denke, „er sei auf Speed“. Der Refrain lautete „Hennes Bender“ – nach der Melodie von „Dirty Diana“ von Michael Jackson. Vor diesem „Intro im Intro“ ging der Komiker noch mal raus, um sich dann im Jackson-Outfit feiern zu lassen. Im Anschluss nahm er sich selbst, vor allem Größe und Gestalt, auf die Schippe, nahm Redewendungen und digitale Medien aufs Korn, brillierte als Stimmenimitator und würzte seine Show mit einer Prise politischem Kabarett. So führen „nicht alle Wege nach Rom. Die A 71 führt nicht mal nach Münster“. Hingegen verneigte er sich vor „Sprüchen für die Ewigkeit“ wie „Hätte, hätte, Fahrradkette“ von Peer Steinbrück. „Hätte man früher sein Essen fotografiert (und täglich bei Facebook gepostet)?“ „Nein, man hätte erst den Film voll kriegen müssen“, witzelte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fiel dem Comedian mehrfach zum Opfer: „Das Internet ist für uns alle Neuland. Wer so was sagt, darf sich nicht wundern, wenn einem das Handy abgehört wird“. Und „warum haben die Amis uns abgehört? Weil sie es können. Yes, we can“, plapperte er munter weiter. „Und wer zahlt am Ende die Rechnung? Der kleine Mann, also ich“, folgerte er unter anhaltendem Applaus. Nicht ganz glauben mochte man der kleinwüchsigen Stimmungskanone, bei ihm habe sich „eine Art resignative Reife eingeschlichen“, der zweite Grund für den Namen des Programms „kleinlaut“. Laut Bender hat die „globale Inversion der Zombies“ längst stattgefunden, die „einfach nur so vor sich hinleben und aufgehört haben, ihre Wünsche zu formulieren“.

Die Sprachentwicklung war Hauptthema der zweiten Programmhälfte, verbunden mit einer erstklassigen stimmenimitierten und gestenreichen Evolution vom Urzeitmenschen bis zur heutigen „kulturhistorischen technischen Revolution“. Das Ende der ersten Programmhälfte endete mit einer singenden Parodie-Hommage an „Unheilig“ – mit viel Hall und pathetischer Gestik, als Zugaben der zweiten folgten zwei Highlights. Zunächst verwandelte sich Bender in einen singenden Spongebob, dann erschien er unter tosendem Applaus im Stormtrooper-Kostüm und legte einen rhythmisch-lasziven Striptease an der (Mikro)Stange hin, gleich einer Hommage an diejenigen, „die sich berufsmäßig entkleiden“.

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