Collegium Musicum zieht auch bei Schneefall

Von: Hilde Viehöfer
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Das Collegium Musicum mit dem Dirigenten Peter Sauerwein und die brillante Siolin-Solisten Kathrin ten Hagen boten ein musikalisches Erlebnis im PZ der Zitadelle. Foto: Viehöfer-Emde

Jülich. Das „Winterkonzert“ des Collegium Musicum Jülich lockte trotz des heftigen Schneefalls viele Zuhörer in das PZ der Zitadelle. Ein ansprechendes Programm erwartete die Zuhörer. Unter Leitung von Peter Sauerwein erklang als Einstimmung für die Zuhörer und Musiker die Titus-Ouvertüre von W. A. Mozart. Mozarts Ouvertüren, besonders die aus seiner reifen Zeit, gehören zwar organisch zu seinen Opern, stellen aber für sich ein geschlossenes Kunstwerk dar.

Auch die Titus Ouvertüre besticht durch absolute Schönheit ihrer Themen und klangliche Fülle. Nach anfänglichen Problemen der Tempi-Findung in den einzelnen Instrumentalgruppen gab das Werk dem großen Klangkörper des üppig besetzten Orchesters reichen Raum in instrumentalen Klangfarben zu schwelgen.

Die straffe Führung des Orchesters durch den erfahrenen Dirigenten Peter Sauerwein setzte sich auch bei dem folgenden Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 61 von Ludwig van Beethoven fort.

Ein echtes Ausnahmetalent

Die Solistin Kathrin ten Hagen kann durchaus als Ausnahmetalent bezeichnet werden. In ergreifender Reinheit, klanglicher Ausdrucksstärke und technischer Perfektion spielte sie dieses hochkarätige Werk in Vollendung, getragen von dem harmonischen Unterbau des sauber musizierenden Orchesters.

Dabei überdeckte die Selbstständigkeit ihres Ausdrucks nie den gesanglich, lyrisch gefühlsbetonten Charakter des Violinpartes.

Kathrin ten Hagen bewies absolute Virtuosität und wurde zu Recht zum umjubelten Star des Abends.

Die Sinfonie Nr. 7, h-Moll von Franz Schubert wird die „Unvollendete“ genannt. Die zwei Sätze dieses Werkes führen in eine Gefühlswelt, die von Liebe, Schmerz und ewiger Seligkeit dominiert ist.

Die einzelnen Instrumentalgruppen haben immer wieder Gelegenheit, in solistischen Passagen hervorzutreten. Auf das Hauptthema des ersten Satzes folgen volkstümliche Ländler Weisen, aber auch emotionale Ausbrüche und wehmütige Todesgedanken.

Die Probleme bei den Hornbläsern im zweiten Satz wurden durch den Gesamtklang des Orchesters gemildert.

Die verklärte Stimmung, der leidenschaftliche Charakter und der tiefe Zauber dieses zweiten Satzes wurde besonders von den Streichern und Holzbläsern eindrucksvoll harmonisch und klangschön herausgearbeitet.

Großer Applaus und eine Zugabe mit der Violinsolistin Kathrin ten Hagen rundeten einen gehaltvollen und beeindruckenden Konzertabend ab.

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