Jülich - Collegium Musicum: Musikalische Reise durch Europa

Collegium Musicum: Musikalische Reise durch Europa

Von: Hilde Viehöfer-Emde
Letzte Aktualisierung:
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Gemeinsam musiziert: Das Collegium Musicum mit seinem Dirigenten Peter Sauerwein (im Vordergrund) und dem Gitarrenvirtuosen David Ropertz. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Zu einer musikalischen Reise durch Europa mit dem Titel „Vom Balaton bis zum Mittelmeer“ lud das Collegium Musicum bei seinem diesjährigen Sommerkonzert ein.

Unter der bewährten Leitung von Peter Sauerwein erarbeiteten die Orchestermitglieder ein unterhaltsames Programm mit vielen bekannten und gerne aufgeführten Werken verschiedenster Komponisten.

Mit Sachverstand und Hintergrundwissen über Werke und Komponisten moderierte Pedro Obiera als kompetenter Reiseleiter den Abend.

Temperamentvoll, in manchen Passagen fast ungezügelt musizierten die Musiker zu Beginn den Ungarischen Tanz Nr.1 von Johannes Brahms. Die Komposition hält viel aus, aber einige Feinheiten in den Stimmen hätten den unbeschwerten Klängen mehr Struktur und Klarheit gegeben.

In der klaren Struktur und Disziplin der Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber fanden die Musiker zu ihrem Dirigenten, der sie straff durch den thematisch erkennbaren Szenen der Oper führte. Pedro Obiera hatte zuvor in die faszinierende Szenerie der Oper eingeführt. Sie bringt den Sieg des Guten über das Böse klar zum Ausdruck.

Finstere Mächte werden in dem romantischen Bild des deutschen Waldes in Form der Programm-Sinfonie dargestellt. Der Komponist wurde dafür oft kritisiert, das Publikum wurde in allen Generationen damit begeistert. Die unterschiedlichen Klangfarben der Instrumente verbreiten Stimmungszauber und schaffen Opernatmosphäre, die in einem Hymnus der Freude ausklang.

Einfühlsam musiziert

Höhepunkt des Konzertes war unbestritten das „Concierto de Aranjuez“ für Gitarre und Orchester von Joaquín Rodrigo. Der Solist David Ropertz wurde 1990 in Aachen geboren und begann schon als Fünfjähriger mit dem Gitarrenunterricht. Er erwies sich als Virtuose an seinem Instrument und brachte reizvoll die der spanischen Traditionsmusik nahestehenden Klänge der Komposition zu Geltung.

Das Collegium Musicum musizierte äußerst präzise und konzentriert und griff in glanzvoll gespielten Soli den heiteren Dialog mit der Gitarre auf. Frühlingshaft anmutende Flötenklänge, klangschöne Passagen des Englischen Horns und schwirrende Streicherpassagen machten das Werk zum Hörerlebnis. Ergreifend schön war der zweite Satz, bei dem der Solist einfühlsam musizierte. Entspannt ging die Reise weiter zu Rossinis heiterer Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ und nach Tschechien mit dem Slawischen Tanz Nr.2 von Antonin Dvoràk.

Bei der formklaren und farbenprächtigen Enigma-Variation Nr.9 „Nimrod“ von Edward Elgar führte ein klangschön und präzise musizierendes Orchester nach England.

Die musikalische Reise endete in Frankreich mit den heiteren Klängen der „Petite Suite“, einem Frühwerk von Claude Debussy. In der tänzerischen Haltung einer Art choreographischen Suite erklingen die vier Sätze. Den sanften, manchmal festlich gleitenden Klängen kann sich der Zuhörer kaum entziehen. Den Charme der Komposition, die einfache, gelegentlich auch kühne Harmonik, die festliche Eleganz und die glanzvollen Bläserpassagen arbeiteten Orchester und Dirigent Peter Sauerwein mit Können und großer Spielfreude bestens heraus. Das Publikum konnte den Geist der französischen Epoche des „faire plaisir“ bestens nachempfinden.

Großer Applaus für eine vielseitige musikalische Reise, einen großartigen Solisten, ein engagiertes Orchester und einen erstklassigen Orchesterleiter

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