Jülich - Christuskirche in Jülich ist ab jetzt täglich geöffnet

Christuskirche in Jülich ist ab jetzt täglich geöffnet

Von: Antonius Wolters
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Ein prägnantes Bauwerk am Rande der Jülicher Innenstadt: die 1910 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtete Christuskirche, die seit Neujahr täglich zugänglich ist. Foto: Wolters
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Die beiden Pfarrer Dr. Udo Lenzig (v.l.) und Horst Grothe mit Gedenkkerzenständer und hölzerner Frauenfigur am Eingang der Christuskirche. Foto: Wolters

Jülich. Es tut sich was in der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich, und das hat nicht allein mit dem Reformationsjubiläum zu tun, das in diesem Jahr gefeiert wird, wenn sich Luthers Anschlagen der 95 Thesen an der Kirche in Wittenberg zum 500. Mal jährt.

So haben die beiden Gemeindepfarrer Horst Grothe und Dr. Udo Lenzig damit begonnen, das Gemeindekonzept dergestalt zu ändern, dass eine größere Offenheit und mehr „Gesicht zeigen“ in den Vordergrund gerückt werden.

„Posaunenengel“ ist neu

Ein Indiz für diesen Wandel ist der neue Gemeindebrief namens „Posaunenengel“, mit dem Jülich aus der gemeinsamen Publikation der Gemeinden des Nordkreises ausschert und einen eigenen Akzent setzt. Ein Posaunenengel bekrönt auch den Turm der Christuskirche, die seit dem Neujahrstag eine „Offene Kirche“ geworden ist:

„Zu Beginn des Reformationsjubiläums öffnet die Evangelische Kirche in Jülich ihre Türen“, lautet die Losung, die indes mit dem Lutherjahr direkt nichts zu tun hat. „Die Idee, zu zeigen, dass wir eine einladende Kirche sind, hätten wir sowieso umgesetzt“, sagen Grothe und Lenzig. Der jetzige Zeitpunkt habe für die konkrete Umsetzung aber gut gepasst.

So wird Diakon Martin Kaminski vom Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland (gmd) am Sonntag, 8. Januar, 10 Uhr, während des Gottesdienstes der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich das Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“ verleihen und es gut sichtbar an der Außenwand der Christuskirche neben der Eingangstür anbringen.

Zusätzlich weist ein sogenannter „Kundenstopper“ darauf hin, dass das Gotteshaus zugänglich ist. Geöffnet ist die Christuskirche montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr. Geplant ist außerdem, dass an manchen Tagen leise Musik den Kirchenraum erfüllen wird.

Das Projekt „Offene Kirche“ beschränkt sich nicht allein darauf, die Türe zur Christuskirche aufzusperren. Direkt im Eingangsbereich steht der Gedenkkerzenständer, den Pfarrer Lenzig im vergangenen Jahr bei seiner Einführung in Jülich erhalten hatte. So besteht die Möglichkeit für die Besuchenden, eine Kerze zu entzünden. Die Innenkerze des Kerzenständers brennt ohnehin während der Öffnungszeiten.

„Luther-Bonbons“ locken

Neben dem Gedenkkerzenständer steht ein Tisch, auf dem zur stationären Benutzung eine aufgeschlagene Bibel, ein Gästebuch bzw. Buch für Gebetsanliegen, ein Evangelisches Gesangbuch, ein aufgeschlagenes Lesungsbuch sowie ein Gebetbuch liegen. Zum Mitnehmen finden sich darüber hinaus ein Kirchenführer zur Christuskirche, der Gemeindebrief „Posaunenengel“, ein Minibuch für Kinder, ein Faltblatt mit Gebeten und nicht zuletzt eine Schale mit „Luther-Bonbons“.

Im Zuge der geplanten Innenrenovierung der Christuskirche wird der Eingangsbereich möglicherweise weiter umgestaltet. So existiert noch eine alte Holzfigur, die vor dem Zweiten Weltkrieg zum Inventar der Kirche zählte, eine trauernde Frauenfigur zeigt und Teil eines Kriegergedächtnismals zum Ersten Weltkrieg war, das 1926 eingeweiht wurde. Als eine der wenigen Relikte der kriegszerstörten Christuskirche würden die beiden Pfarrer die Frauenfigur gerne in die Gebetsecke am Eingang integrieren.

2017 ist nicht allein dem Gedenken an 500 Jahre Reformation gewidmet, sondern auch der Union von Reformierten und Lutheranern vor 200 Jahren. „Zwischen Beharren und Aufbruch. Die Union der evangelischen Gemeinden in Jülich im 19. Jahrhundert“ ist ein Vortrag überschrieben, den Susanne Richter im Rahmen des Mittwochsclubs am 25. Januar um 19.30 Uhr in der Schlosskapelle der Zitadelle hält. Der Vortrag ist gleichzeitig ein Beitrag von Stadtgeschichtlichem Museum und Geschichtsverein zum laufenden Lutherjahr. Richter stellt an diesem Abend Ergebnisse ihrer Recherchen aus dem Landesarchiv vor, die im Rahmen der Ausstellung zum preußischen Jahrhundert erfolgt sind.

Wie dem Buch zur 400-Jahr-Feier der Evangelischen Gemeinde Jülich zu entnehmen ist, gab es ehedem auf der westlichen Rurseite zwei evangelische Kirchen in Jülich – eine lutherische und eine reformierte Kirche. Doch das ist eine eigene Geschichte.

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