Christina-Krimi im Museum: Erkenntnisse der Rechtsmedizin

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Rekonstruktion des Gesichts der Christina von Stommeln aus dem Schädelknochen. Foto: Museum
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Rekonstruktion des Gesichts der Christina von Stommeln aus dem Schädelknochen. Foto: Museum

Jülich. Vor 700 Jahren starb die selige Christina von Stommeln. Zeitgenössische Quellen wie der Codex Iuliacensis, eine kostbare Handschrift aus dem frühen 14. Jahrhundert, verraten viel über ihr Leben, ihre persönliche Beziehung zu Christus, ihre grausamen Versuchungen und ihre heilige Mission, Seelen aus dem Fegefeuer zu retten.

Die Schriftquellen und Relikte öffnen ein Fester in die mittelalterliche Glaubens- und Lebenswelt am Beispiel der schon zu Lebzeiten verehrten Christina. 13-jährig verließ sie den elterlichen Bauernhof und trat in einen Beginen-Konvent in Köln ein.

Vier Jahre hielt sich Christina in Köln auf und wurde dort zum ersten Mal von dämonischen Visionen gequält. Dann kehrte sie nach Stommeln zurück. Zeitweilig lebte im Haus des Pfarrers, bei ihren Eltern oder bei den örtlich ansässigen Beginen. Von 1267 bis 1269 wurde sie regelmäßig von dem Dominikaner Petrus von Dacien besucht, der ihre übernatürlichen Erlebnisse und Angriffe des Teufels miterlebte.

Doch wie sah Christina aus? War sie groß oder klein, korpulent oder hager, kränklich oder robust, lebte sie asketisch oder aß sie gerne und reichhaltig? Über all diese Fragen schweigen die Quellen – bis auf eine. Christina von Stommeln ist eine der wenigen Seligen und Heiligen, deren Gebeine fast vollständig erhalten sind. Im Vorfeld der Ausstellung wurden diese eingehend mit wissenschaftlichen Methoden untersucht.

Die Rechtsmediziner können heute weit mehr als nur die Todesursache feststellen. Ihre Untersuchungen erlauben, fast so wie es in Krimis beschrieben wird, weitreichende Aussagen zum Aussehen der Begine Christina und ihren Lebensumständen. So eröffnet die moderne Naturwissenschaft eine weitere unabhängige und ergiebige Quelle zu Christina.

Am 13. Januar, dem letzten Tag der Ausstellung, stellt Christoph Fischer, Leiter des Museums Zitadelle Jülich, um 11 Uhr die Ergebnisse der rechtmedizinischen Untersuchung der Gebeine Christinas in den Mittelpunkt. Die Führung beginnt um 11Uhr. Treffpunkt ist der Infopavillon in der Zitadelle. Die Führung ist öffentlich und kostenlos, lediglich der Eintritt (vier Euro / ermäßigt drei Euro) muss entrichtet werden.

Weitere Informationen unter www.juelich.de/christina.

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