Chef der Rurtalbahn antwortet auf Fragen Jülicher Senioren

Von: ptj
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Die Seniorenrunde der Eisenbahner diskutiert, stehend ist ihr Worführer Horst Stute zu sehen. Rechts neben ihm sitzt Herbert Häner, Geschäftsführer der Rurtalbahn. Foto: Jagodzinska

Jülich. Wichtige Fragen hatte die Jülicher Seniorenrunde der Eisenbahner auf dem Herzen, die seit rund 30 Jahren einmal im Monat zusammenkommt. Zu ihrer Beantwortung und Diskussion war Herbert Häner, Geschäftsführer der Rurtalbahn, ins Lokal „Zum Franziskaner“ eingeladen worden.

Er blieb keine Antwort der ihm bereits vorliegenden Fragen schuldig, Zusatzfragen kommentierte er in zwei Fällen aber nur hinter vorgehaltener Hand.

DB Netz AG ist Hausherr

Warum erfolgt im Bahnhof Düren keine Lautsprecherdurchsage für die Züge der Rurtalbahn nach Jülich? Häner teilte den Bahnhofsbereich in den südlich gelegenen neuen Teil und die nördliche Altanlage ein. Der neue Teil liege in der Hand der DB Netz AG, hier erfolgen Zugansagen. Unter dem Hallendach der Altanlage der DB DNF an Gleis 22 seien auch Zugansagen möglich, die Beanspruchung des dort sitzenden Mitarbeiters sei jedoch recht hoch. Deshalb verzichte die Rurtalbahn hier auf Regeldurchsagen. Der Mitarbeiter sei aber aufgrund vermehrter Anfragen in letzter Zeit angehalten worden, die Kunden über Ausfälle und verspätete Bereitstellung eines Zuges zu informieren.

In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage nach den Voraussetzungen zur Befahrbarkeit von Gleis 22 für die Züge der Rurtalbahn. Das Gleis sei „oberbau- und signaltechnisch angebunden“, aber aufgrund des Wildwuchses nicht befahrbar. Als Eigentümer nannte Häner die DB Netz, die auch in der Instandhaltungspflicht stehe. Sie habe bereits einen Änderungsplan auf der Agenda, dessen Ausführung allerdings zeitlich noch nicht festgelegt sei.

Die nächste Frage war nach Bekunden der gut besuchten Seniorenrunde besonders wichtig: Warum gelten die Köln-Tickets bei Sport- und Kulturveranstaltungen in Köln nicht als Fahrkarte in der Rurtalbahn, während die Dürener und Merzenicher sie im Verkehrsverbund Rhein-Sieg als solche nutzen dürfen? Die Antwort war einfach: „Wir fahren auf der Verkehrshoheit des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), der nicht mit im Vertragsbündnis mit den Kölner Veranstaltern sei. Josef Krott bestand auf einem Vertrag, „der Hand und Fuß hat“, und will dafür Sorge tragen, dass der Punkt auf die Tagesordnung des Regionalen Beirats im Kreis Düren bei ihrer nächsten Sitzung im September gesetzt wird.

Wann wird der Haltepunkt „An den Aspen“ in Jülich gebaut? „Solche Infrastrukturen müssen über den Nahverkehrsverbund Rheinland finanziert werden“, antwortete Hänen. Eine Fahrplanänderung sei möglich, indem man von der bisher „verlorenen Wendezeit“ in Linnich profitiert. Das Konzept der Rurtalbahn wurde dem Nahverkehrspunkt mitgeteilt und auf seine fahrplantechnische Möglichkeit geprüft. „Wir erwarten in nächster Zeit eine Mittelzusage, dann können wir planen und realisieren“, also das Baurecht sicherstellen, den Bau anstoßen und in den Betrieb umsetzen. Das unter Umständen Zeitaufwändigste sei das Planungsfeststellungsverfahren, die Bauzeit sei das kleinste Problem.

Herausforderung „Lückenschluss“

Wie weit sind die Planungen zum Lückenschluss Linnich-Baal? Das seit Jahren heftig diskutierte Thema sei „politisch und baurechtlich eine große Herausforderung“. Den politischen Willen habe der Kreistag kundgetan. „Wir brauchen einen Auftrag eines Bestellers für entsprechendes Baurecht und die Finanzierung. Wir sind Auftragsempfänger, andere Gremien müssen die Rahmenbedingungen schaffen“, sagte der Geschäftsführer zur Rolle der Rurtalbahn in dieser Sache.

Eine wichtige Frage schloss sich an: Wir haben ein hohes Fahrgastaufkommen, warum haben wir nicht die moderne Technik? Häner verwies auf langfristige Verträge und die Gebundenheit der Fahrzeuge auf dieser Strecke. „Nahverkehr ist Bundes- und Landesangelegenheit“, entgegnete Häner. Der Vertrag Düren-Heimbach sei bis 2025 festgelegt. Interessanterweise laufe die Vertragsdauer der zweiten Vereinbarung von Düren nach Jülich demnächst aus, „man wird neu beraten“. Krott brachte das Versprechen aus einer Aufsichtsratssitzung der Rurtalbahn auf den Punkt, wenigstens an den Wochenenden die moderne Technik auf der Jülicher Strecke einzusetzen. Hier, wie in einer Frage zu den Kontrolleuren in der Rurtalbahn, blieb Häner die Antwort schuldig – zumindest mit Blick auf die Öffentlichkeit.

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