Barmen - Chaoten ziehen auf dem Barmener Friedhof eine Spur der Verwüstung

Chaoten ziehen auf dem Barmener Friedhof eine Spur der Verwüstung

Von: hfs.
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Ortsvorsteher Ralf Heinen präsentiert den Eingangsbereich der Einsegnungshalle, wo die Scheiben mit Löchern wie durch Einschüsse übersät sind. Foto: hfs.
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Auch etliche Grablampen wurden von den Unbekannten am Freitag zerstört.

Barmen. „Ab ins Bergwerk, und dann nur Wasser und Brot.“ Es war noch einer der etwas „freundlicheren“ Kommentare, die am Samstagmorgen auf dem Barmener Friedhof zu hören waren. Viele waren nicht zitierfähig, aber dennoch angesichts der herrschenden Wut verständlich.

Denn was sich den Besuchern bot, kann man nicht begreifen. Über 40 geschädigte Grabstätten und eine total zerstörte Fassade der Einsegnungshalle haben noch unbekannte Täter hinterlassen, die am Freitagnachmittag im wahrsten Sinne des Wortes eine Spur der Verwüstung zogen.

„Was müssen dies für Idioten gewesen sein“, fragte ein fassungsloser Ortsvorsteher Ralf Heinen, als er sich ein Bild machte von den Zerstörungen, welche Täter in den frühen Nachmittagsstunden des freitags angerichtet haben. „Dies alles muss nach 14 Uhr passiert sein, denn kurz zuvor war noch ein Bekannter hier“, meinte Heinen, der sich nicht nur direkt mit der Polizei, sondern auch mit dem Bauhof der Stadt Jülich in Verbindung setzte. Denn neben unzähligen kaputt geschlagenen Grablichtern, Heiligenfiguren, Vasen und Bildnissen wurden sämtliche Scheiben der Einsegnungshalle zerstört.

„Erst vor zwei Jahren haben wir die erneuern lassen, der Schaden geht weit in den fünfstelligen Bereich“, schüttelte Barmens Ortsvorsteher den Kopf. Und sorgte dafür, das die Glassplitter durch Mitarbeiter des Bauhofes entfernt wurden. „Nicht auszudenken, wenn da noch Kinder reinstolpern“, meinte eine Frau, die mit den Tränen kämpfte. Denn auch die Grabstätte ihres Mannes wurde verwüstet, mit den dort vorgefundenen Granitzockeln einer völlig zerschlagenen Engelsfigur wurden die Scheiben der Halle eingeschlagen.

Natürlich machte diese Freveltat schnell die Runde, viele Barmener Bewohner eilten zum Friedhof, um sich persönlich zu überzeugen, ob man nicht auch zu den Geschädigten gehörte. „Jeder, der einen Schaden feststellt, soll sich bitte bei der Polizei in Jülich melden. Von allen heimgesuchten Grabstätten sind Bilder gemacht worden“, klärte Ralf Heinen die Besucher auf, wobei viele sprachlos waren.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzählte ein älterer Mann, der noch morgens auf dem Friedhof war. „Da war noch alles in Ordnung“, berichtete er der Polizei, die Spuren sicherte. Und natürlich jetzt darauf hofft, dass sich eventuell Zeugen melden, die vielleicht die Täter beim Verlassen des Friedhofes gesehen haben. Dass es mehrere gewesen sein müssen, dies zeigen nicht nur die hinterlassenen Spuren auf den Gräbern. „Dies schafft kein Einzeltäter“, ist sich auch Heinen sicher.

Schnell machten bei den Geschädigten auch Vermutungen die Runde. Denn fast jeder hatte davon Kenntnis, dass am Tattag Abi-Streiche an Jülichs Schulen stattgefunden hatten. „Aber so lange man nichts beweisen kann, sind es auch nur Vermutungen“, versuchte Heinen die Gemüter zu beruhigen, warnte vor voreiligen Schlüssen. Selbst ließ er Handzettel verteilen, hing auch entsprechende Hinweise auf dem Barmener Friedhof auf. Angedacht ist auch die Aussetzung einer Belohnung, damit so schnell wie möglich die Vandalen gefasst werden. Hinweise erbittet auch die Polizei in Jülich.

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