CDU tauscht in Aldenhoven ihre Spitzen aus

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
14525199.jpg
Feierlich wurde es bei der Versammlung des CDU-Gemeindeverbandes Aldenhoven, als der scheidende Vorsitzende Ralf Claßen (2.v.l.) und Kreisvorsitzender Thomas Rachel (3.v.l.) Goldjubilar Leo Clausmann (4.v.l.) auszeichneten. Links im Bild der neue Gemeindeverbandsvorsitzende Daniel Wondra, rechts MdL Josef Wirtz, der in Dürboslar noch gesondert verabschiedet wurde, sowie Landtagskandidatin Patricia Peill (3.v.r.). Foto: Wolters

Dürboslar. Als der CDU-Gemeindeverband Aldenhoven im Juni 2015 zur Mitgliederversammlung zusammenkam, standen die Christdemokraten noch unter Schock, denn ihr Vorsitzender Leo Neulen war plötzlich verstorben. So wurden Bürgermeister Ralf Claßen zum neuen Gemeindeverbandsvorsitzenden und Fraktionschef Georg Krapp zu seinem ersten Stellvertreter gewählt.

Vorsitz zur Verfügung gestellt

„Änderungen an der Spitze“ kündigte Claßen am Donnerstag in der Gaststätte Köbgen an, wo er konstatierte, dass der Gemeindeverband dank zweier erfolgreicher Jahre in den „Routinebetrieb“ überführt worden sei. Gleichwohl werde er sein Amt als Gemeindeverbandsvorsitzender zur Verfügung stellen, da es nicht unbedingt von Vorteil sei, in Konfliktsituationen als Bürgermeister noch ein Parteiamt inne zu haben. Da Claßen als Bürgermeister dem Vorstand des Gemeindeverbands weiterhin angehört, sieht er es sogar als Vorteil an, dass es zu einer personellen Verbreiterung an der Spitze komme. Seinen Parteifreunden dankte er für „gute Zusammenarbeit und tolle Erfahrungen“ an der Spitze des Gemeindeverbandes, dessen Stimme in Düren und in der Gemeinde an Gewicht gewonnen habe.

Als Claßens Nachfolger schlug der CDU-Vorstand den bisherigen Stellvertreter Daniel Wondra vor, der 1978 in Bad Münstereifel geboren wurde, seit elf Jahren in Aldenhoven wohnt, 2009 in die CDU eingetreten ist, Vorsitzender der Jungen Union war und seit zwei Jahren dem Gemeinderat angehört. Von den 38 Mitgliedern stimmten 34 für Wondra bei zwei Nein und zwei Enthaltungen. Zudem wird der Gemeindeverband an der Spitze weiblicher, denn als erste stellvertretende Vorsitzende rückt Hanne Breuer nach, die auch Mitgliederbeauftragte ist, als zweite Stellvertreterin wurde Michaela Stier gewählt. Schriftführer bleibt Dennis Stötzer. Die acht Beisitzer heißen Sabine Claßen, Alexandra Ehrlich, Brigitte Raner, Hans-Dieter Drehsen, Willi Kleiker, Thomas Küpper, Heinz-Jakob Sauer und Florian Wondra.

Feierlich wurde es, als die Jubilare aufgerufen wurden, von denen nur Leo Clausmann aus Siersdorf anwesend war, der seit 50 Jahren der CDU angehört. Aus Reihen der Mitglieder erinnerte der ehemalige Fraktionsvorsitzende Reinhard Paffen daran, dass Clausmann als Vertreter der Landwirtschaft noch Mitglied des alten Rates in Siersdorf war und nach der kommunalen Neugliederung bis 1984 dem Aldenhovener Gemeinderat angehörte. Ralf Claßen und Kreisvorsitzender Thomas Rachel MdB überreichten dem Goldjubilar Urkunde und Anstecknadel der Partei.

Wirtz wird überrascht

Eine weitere Ehrung wurde dem sichtlich überraschten Josef Wirtz MdL zuteil, der nach Dürboslar gekommen war, „um noch im aktiven Dienst Tschüss zu sagen“. Ralf Claßen würdigte Wirtz‘ Einsatz und Arbeit für Aldenhoven, bevor er ein Geschenk überreichte. Der scheidende Abgeordnete dankte, „dass sie mich getragen und ertragen haben“ und bat darum, Patricia Peill das gleiche Vertrauen zu schenken, das er erfahren habe.

Peills Diskussion mit Vermummten

Die CDU-Landtagskandidatin für den Nordkreis hatte zuvor von einem schier unglaublichen Erlebnis vom gleichen Tag berichtet. Im Zuge eines Interviewtermins mit dem WDR-Fernsehen war Peill im Hambacher Forst mit fünf Vermummten konfrontiert worden, die von den Bäumen herabgestiegen waren. „Ich bin selten so an Grenzen geführt worden“, fasste die 54-Jährige die Eindrücke von den folgenden zweieinhalb Stunden im Camp zusammen, in denen sie keine politische Schnittmenge mit den Aktivisten konstatiert, deren Demokratieverständnis sie mindestens befremdet hat. Ihre Parteifreunde bat Peill, sie im Endspurt zu unterstützen. Zuvor hatte die Kandidatin ihrem Kreisvorsitzenden gedankt, der praktisch eine auf NRW zugeschnittene Wahlkampfrede für sie gehalten hatte.

Der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär stand an diesem Tag unter besonderer Beobachtung, denn er wurde von einem Kamerateam des Senders Skai aus Griechenland begleitet, die einen Beitrag zu den Wahlen in Deutschland vorbereiten und sich an die Fersen eines Bundespolitikers in der Provinz geheftet hatten. Rachel warb für eine Politik mit christdemokratischer Handschrift in NRW und attestierte der Rot-Grünen Landesregierung insbesondere Versäumnisse bei der Inneren Sicherheit. Durch die ungleiche Behandlung der Menschen in Ballungsgebieten und im ländlichen Raum werde diesen die Zukunft abgeschnitten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert