CDU-Spaltung ist Höhepunkt der „Spirale des Misstrauens”

Von: Antonius Wolters
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Im Gespräch mit den Indener C
Im Gespräch mit den Indener CDU-Mitgliedern: Kreisvorsitzender Karl Schavier (v.l.), Kreisgeschäftsführer Bernd Ramakers, Gemeindeverbandsvorsitzender Elmar Gasper und sein Stellvertreter Udo Mürkens. Foto: Wolters

Inden/Altdorf. Rund einen Monat nach dem grandios gescheiterten „Friedensgipfel” von CDU-Fraktion und -Ortsverband Inden, der in eine Spaltung der Fraktion, etlichen Parteiaustritten und der Vereinsgründung der Unabhängigen Demokratischen Bürger Inden mündete, hat der CDU-Ortsverband Inden die aktuellen Ereignisse bei einer Mitgliederversammlung in der Bürgerhalle aufgearbeitet und den Blick nach vorn gerichtet.

Von den verbliebenen 139 Indener Parteimitgliedern - insgesamt 20 haben die Union inzwischen den Rücken gekehrt - waren 31 gekommen, um mit dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Elmar Gasper und seinen Vorstandskollegen die Situation zu diskutieren.

Zuvor hatte noch die Indener CDU-Fraktion getagt, um sich eine neue Führung zu geben. Einstimmig zum neuen Fraktionsvorsitzenden wurde Reinhard Marx gewählt, Stellvertreterin bleibt Karin Krings. Neben Beisitzer Elmar Gasper wurden als beratende Mitglieder die beiden Sachkundigen Bürger Natalie von Schwartzenberg und Dr. Michael König, die sich überdies die Fraktionsgeschäftsführung teilen, beratend in den Fraktionsvorstand gewählt.

In seinem Bericht vor den Mitgliedern schilderte Elmar Gasper, seit einem halben Jahr Vorsitzender des Gemeindeverbands, die innere Zerissenheit der Fraktion, die Ursache für das Auseinanderbrechen gewesen sei. Dabei habe es keine Meinungsverschiedenheiten in der Sache gegeben, sondern die Gründe des unterschwelligen Streites hätten allein im persönlichen Bereich gelegen. Deren Wurzeln seien sicher in der Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl 2009 zu finden.

Zwar sei die CDU aus der Wahl als stärkste Kraft hervorgegangen, doch habe sich die Fraktion als „heterogene Mannschaft” präsentiert, deren Arbeit unter Misstrauen litt und wo versucht worden sei, Personengruppen auszugrenzen. Als „die Spirale des Misstrauens” nach den Sommerferien neue Dynamik gewann und sich gegenseitige verbale Angriffe gehäuft hätten, sei der „Friedensgipfel” von Fraktion und Gemeindeverbandsvorstand für Anfang November verabredet worden, moderiert von Kreisgeschäftsführer Bernd Ramakers.

Doch statt auf dem Höhepunkt parteiinterner Querelen die Friedenspfeife zu rauchen, kam es zum Eklat, da einige Sachkundige Bürger trotz schriftlicher Einladung nicht an der Zusammenkunft teilnehmen durften. Dass es diese Einladungen gegeben hat, bestätigte Kreisgeschäftsführer Ramakers, der berichtete, dass „drinnen die Wellen hoch schlugen”, als sich der Gemeindeverbandsvorstand gleich nach Beginn der Versammlung zur Beratung zurückgezogen hatte.

Als der Vorstand zurückkehrte, verließen die Sachkundigen Bürger und einige Ratsherren postwendend den Saal - der Bruch war perfekt. „Der Knall ist nicht abwendbar gewesen”, sagt Elmar Gasper heute. „Wahrscheinlich sind die ausgetreten, die als Erste die Nerven verloren haben.”

Dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die verfahrene Situation an diesem Abend zu lösen, merkten Ramakers und einzelne Mitglieder an, andere Teilnehmer berichteten, dass eine Lösung nicht mehr möglich gewesen sei, als sich der Affront abzeichnete. Bernd Ramakers: „Wenn alle etwas besonnener reagiert hätten, wäre das nicht nötig gewesen.”

Bei der explosiven Stimmung habe jedoch ein Fünkchen gereicht: „Das war besagter Abend.” Nach dem, so Gasper, „reinigenden Gewitter” geht der Blick der Indener CDU nach vorn. „Wir können nicht im Schlafwagen Politik machen”, spornte der Kreisgeschäftsführer an, jetzt erst recht durchzustarten.

Bei der Nachwahl eines Beisitzers im Gemeindeverbandsvorstand wurde Bernd Krings mit 24 Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gewählt.

Als Delegierte vertreten Elmar Gasper (28 Stimmen), Udo Mürkens (28) und Kreisvorsitzender Karl Schavier (24) die Indener CDU beim Kreisparteitag im März.
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