CDU behauptet, die SPD lauert

Von: ahw/gep
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Schöpft wieder Hoffnung: der Aldenhovener Genosse Raoul Pöhler.

Aldenhoven/Inden. Mit Berufspolitiker-Optimismus bewerten die etablierten Parteien in Aldenhoven und Inden die Ergebnisse der Europawahl. Leo Neulen, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverband Aldenhoven, räumt zwar „eine leichte Abwärtstendenz” ein, die „ein bisschen enttäuschend” sei, doch betont zugleich, dass der Urnengang vom Sonntag „nicht vergleichbar” mit der Kommunal- oder Bundestagswahl sei.

Am Sonntag hatte die Aldenhovener Union 41,82 Prozent der Stimmen erhalten, 2004 waren es noch 47,2 Gewesen.

Mehr Mandate

Die Union wolle, so Neulen, im Rathaus an Dietrich-Mülfahrt-Straße die stärkste Kraft bleiben. Da sei er „guter Hoffnung”. Und „dafür werden wir intensiv kämpfen”, betont Neulen. Mit neuen, engagierten und jungen Bewerbern wolle man sich „gut verkaufen”. Ziel sei es, 13 und vielleicht auch 14 Ratsmandate zu erhalten.

Seit 1984 ist die CDU, von einer dreijährigen Unterbrechung abgesehen, in Aldenhoven „die bestimmende Kraft” im Rathaus.

Wieder Hoffnung

Die SPD Aldenhoven schöpft unterdessen wieder Hoffnung. 33,26 Prozent seien „ein sehr erfreuliches Ergebnis”, kommentiert der Vorsitzende des Ortsvereins, Raoul Pöhler. Bei der Europawahl 2004 waren die Sozialdemokraten von 44,2 Prozent auf 30,2 abgestürzt. Jetzt aber, so Pöhler mit Blick auf die CDU-Verluste, sei „zumindest angedeutet”, dass die Bürger „die SPD in einer entscheidenden Position sehen wollen”.

Für die Kommunalwahl sieht der Ortsvereinsvorsitzende unter Hinweis auf „viele Neumitglieder” die SPD in einer „guten Ausgangsposition”. Das Ziel laute: 35 plus x Prozent. Der Ortsverein wolle „zu alter Stärke” zurückfinden.

„Ich freue mich über das Ergebnis”, meint auch der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Aldenhoven, Willi Zander. Doch mit Blick auf die 7,94 Prozent vom Sonntag fügt er hinzu: „es hätte mehr sein können”, denn die Aldenhovener Liberalen sind mit diesem Ergebnis Schlusslicht im FDP-Kreisverband Düren. Aber Aldenhoven sei nun einmal eine klassische Arbeitergemeinde. Zander sieht aber die Basis dafür, dass die Aldenhovener Freidemokraten, die sich vor eineinhalb Jahren neu gegründet hatten, sich nach dem 30. August „in die Kommunalpolitik einschalten” können. „Wir treten in allen Stimmbezirken an.”

Dicke Schlappe

In der Gemeinde Inden musste die CDU mit 10,5 Prozentpunkten zwar eine dicke Schlappe einstecken, doch Gemeindeverbandsvorsitzender Reinhard Marx macht dennoch in Optimismus. Die Union sei weiterhin die führende Kraft in einer Gemeinde, die über viele Jahre von einer absoluten SPD-Mehrheit dominiert worden sei.

So lägen die Christdemokraten trotz der Verluste in acht von 13 Stimmbezirken vorn. Zudem habe die CDU 2004 durch die politische Großwetterlage einen Ausreißer nach oben erzielt. Als Quittung für die bekannten internen Streitigkeiten mochte Marx das Ergebnis nicht interpretiert wissen: „Dann hätte man das deutlicher gespürt.” Mit Blick auf die Kommunalwahl gelte es, den Kopf nicht hängen zu lassen.

SPD-Vormann Rudi Görke hält es für schwierig, das Ergebnis der Europawahl auf andere Wahlen zu beziehen. „Das wäre zu weit hergeholt.” Das eigene Resultat mit einem Plus von 2,7 Punkten gebe aber „Anlass zu großer Zuversicht” für die Kommunalwahl, bei der die Indener Genossen nach vielen mageren Jahren wieder stärkste Kraft werden möchten.

Als glanzvoller Sieger durfte sich der „hocherfreute” FDP-Ortsverbandsvorsitzende Jörn Langefeld fühlen, denn die Indener Liberalen haben ihren Prozentanteil mehr als verdoppelt. Der Indener Bürgermeisterkandidat wertet das als Fingerzeig, nicht mehr, denn bei der Kommunalwahl gehe es vor allem um Personen.

Deshalb und wegen der geringen Wahlbeteiligung könne das Ergebnis nicht einfach übertragen werden, auch wenn er persönlich „hoch zufrieden” sei. Dazu beigetragen habe nicht zuletzt die Tatsache, dass die Liberalen ihre grüne Konkurrenz deutlich überrundet haben.
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