CDU auf Brautschau: „Jamaika” in Jülich?

Von: dol/hfs./ojo/vpu
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Im großen Sitzungssaal des Jülicher Rathauses nahm Heinrich Stommel Glückwünsche en masse entgegen. Foto: Uerlings

Jülicher Land. Das Wahlvolk hat gesprochen, und die Personalentscheidung sind gefallen. Drei Alt-Bürgermeister aus dem Nordkreis dürfen weitere sechs Jahre ´ran. Heinrich Stommel (parteilos) in Jülich, Wolfgang Witkopp (CDU) in Linnich und Ulrich Schuster (parteilos) in Inden.

Mit Jürgen Frantzen (CDU) steht in Titz künftig ein neuer Mann der Verwaltung vor.

In allen Kommunen des Nordkreises braucht die Union als stärkste Fraktion in den Räten nun Bündnispartner, in Jülich gleich mehrere. Hier könnte es ziemlich bunt und karibisch werden.

Eine „Jamaika-Koalition” liegt in der Luft, also die Zusammenarbeit von Schwarz, Gelb und Grün. „Unsere Gespräche beginnen wir natürlich mit der FDP. Ich habe aber mit Jürgen Laufs verabredet, dass wir uns in Kürze auch mit den Grünen zusammensetzen.

Wir werden mit allen sprechen”, sagte Unions-Fraktionschef Peter Capellmann. Und schob als Begründung hinterher: „In der Kommunalpolitik geht es um Sachfragen, nicht um Ideologien. Wir haben keine Berührungsängste.”

Auch bei der umworbenen vierten Kraft im Stadtrat, den Bündnisgrünen, ist die „Flirtbereitschaft” zu spruchreif. Jürgen Laufs: „Es geht um Jülich. Wir können auch mit der CDU und der FDP kooperieren, aber wir lassen das jetzt erst einmal auf uns zukommen.”

Bei der Bürgermeisterwahl hatte der Grüne sein Ergebnis von vor fünf Jahren fast verzehnfacht (22,2 Prozent), aber gegen den parteilosen Amtsinhaber Heinrich Stommel (73,4 Prozent) nicht den Hauch einer Chance. Übrigens haben sich über 1100 Jülicher (7,2 Prozent) an der Bürgermeisterwahl beteiligt, ihren Wahlzettel aber ungültig gemacht, weil sie offenbar keinem der drei Kandidaten ihre Stimme geben wollten.

In Linnich macht sich nach dem denkwürdigen Wahlabend gespannte Erwartung breit. Wer entscheidet künftig mit wem, was in Linnich geschieht? Zumindest drei der künftigen Ratsfraktionen liebäugeln mit einem Singledasein auf unbestimmte Dauer - allen voran der offenkundige Wahlsieger PKL. „Der Bruch der Mehrheit im Rat spiegelt wohl auch die Stimmung der Bevölkerung wider”, leitet Hartmut Mandelartz, Vorsitzender der PKL, daraus für sich und seine fünf Ratskollegen, unter ihnen PKL-Bürgermeisterkandidat Mark Dremel, den Auftrag ab, „Sachpolitik zu betreiben”. Und zwar ohne Koalition. „Wir binden uns nicht!”
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