Catasia Streichquartett: Ein Abend voller Musikerlebnisse

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Das Streichquartett Catasia glänzte in der Alten Kirche in Körrenzig. Foto: Wolfgang Emde

Körrenzig. Auftaktveranstaltung des Kulturprogrammes in der Alten Kirche Körrenzig war das Konzert mit dem Catasia Streichquartett, das ein anspruchsvolles Programm bot. Angelo Bard und Clemens Tatajczak (Violine), Alexander Senazhenski (Viola) und Jan Bauer (Cello) sind Musiker, die nicht nur Meister auf ihrem Instrument sind, sondern auch durch besonders harmonisches Zusammenspiel begeistern.

Ihrer Intention, die Herzen der Menschen zu berühren und das musikalische Empfinden der Zuhörer anzusprechen, wurden sie mehr als gerecht.

Das berühmte kontrapunktisch entworfene Thema des ersten Satzes des Streichquartetts in C-Dur op 20/2 von Joseph Haydn führte die Zuhörer in die geniale Komposition des Großmeisters, die zunächst Ruhe ausstrahlt, die dann jedoch harmonisch heftig aufgebrochen wird und sich pathetisch im Capriccio steigert. Die abschließende Fuge folgt atemberaubend schnell, geprägt von kompositorischer Raffinesse.

Das „Jagdquartett“, das Streichquartett B-Dur, KV 458, von Wolfgang Amadeus Mozart verdankt seinen Beinamen dem Hauptthema des Kopfsatzes, das Werk ist jedoch neben erkennbaren Elementen aus Jagd- und Naturmotiven besonders beliebt wegen seiner dynamisch akzentuierten Gegensätze im ersten Satz, dem melancholischen Menuett mit dem graziösen Trio und dem emphatischen Zwiegesang zwischen Violine und Violoncello im Adagio. Die Nähe zu Haydn spürt der Zuhörer deutlich im Finale, das an den Kopfsatz erinnert.

Mehr als Opernkomponist bekannt, überrascht Guiseppe Verdi mit seinem Streichquartett e-moll im Bereich der Kammermusik. Obwohl der Komponist selbst der Meinung war, Instrumentalmusik sei „Sache der Deutschen“, gelang ihm ein ebenbürtiges Werk, das er eigentlich zum eigenen Vergnügen komponierte. Die Sätze sind kontrastreich gestaltet, klar gegliedert und aus den Klangfarben der Instrumente erwachsen. Die zweite Violine eröffnet den ersten Satz mit einem lyrischen Thema, das nach neun Takten eine Oktav höher von der zweiten Violine aufgenommen wird, gefolgt von einem Gegenthema im Cello. Der tänzerischen Grazie im Andantino folgte ein geistreiches Adagio. Die abschließende Scherzo-Fuga schlug wieder den Bogen zu den Kompositionen von Haydn und Mozart.

Die Musiker beglückten das Publikum mit ihrem Können, ihrer Harmonie auch im Zusammenspiel und der musikalischen Interpretation.

Dieser Abend bot nicht nur ein Konzert mit einem gehaltvollen Programm und einem genialen Ensemble. Der Gesamteindruck lässt sich nur ganz schlicht beschreiben – es war ein Abend vollendeten Musikgenusses.

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