Castoren sollen bis 2016 in Jülich bleiben

Von: Christian Rein
Letzte Aktualisierung:
Castor Atommüll Jülich
Die 152 Castor-Behälter mit Atommüll sollen drei Jahre länger am Forschungszentrum Jülich gelagert werden, als bislang vorgesehen. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Die 152 Castor-Behälter mit Atommüll sollen drei Jahre länger am Forschungszentrum Jülich (FZJ) gelagert werden, als bislang vorgesehen.

Das geht aus einer Stellungnahme des FZJ vor, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach erwartet das Forschungszentrum, dass die Castor-Behälter nicht bis zum Ablaufen der Genehmigung für die Lagerung in Jülich am 30. Juni 2013 in das Zwischenlager nach Ahaus gebracht werden können. Deshalb soll nun beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Antrag gestellt werden, die Castor-Behälter übergangsweise bis zum 30. Juni 2016 in Jülich belassen zu dürfen. Dies muss aber vom FZJ-Aufsichtsrat erst noch beschlossen werden.

Eine Übergangsregelung sei notwendig geworden, weil das BfS im Zuge des Genehmigungsverfahrens für die künftige Zwischenlagerung der Castor-Behälter in Ahaus neue Anforderungen an den Betreiber des Lagers in Ahaus, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), gestellt habe, heißt es weiter in der Stellungnahme des Forschungszentrums. Diese neuen Anforderungen hätten nach Angaben der GNS erhebliche Auswirkungen auf das Antragsverfahren. „Nach Einschätzung des Forschungszentrums ist damit nicht mehr sicher, dass bis zum Ablauf der Genehmigung für das Jülicher Zwischenlager der Transport der Brennelemente nach Ahaus abgeschlossen werden kann.”

In den Castor-Behältern lagern 288161 hoch radioaktive Brennelement-Kugeln aus dem ehemaligen AVR-Versuchsreaktor. Über den weiteren Umgang mit dem Atommüll streiten die Gesellschafter des Forschungszentrums, der Bund und das Land NRW. Die rot-grüne Landesregierung will einen Transport der Behälter nach Ahaus verhindern und setzt sich für eine weitere Lagerung der Castoren in Jülich ein, bis ein Endlager in Deutschland gefunden worden ist. Dafür müsste das Zwischenlager in Jülich, das nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, aber ertüchtigt oder gar neu gebaut werden.
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