„Café Gemeinsam“ zieht nach einem Jahr Bilanz

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Jülich. „Nach einem Jahr Arbeit stellen wir mit Freude fest, dass das ‚Café Gemeinsam‘ einen festen Platz im sozialen Netzwerk der Stadt Jülich gefunden hat. Eine große Anzahl von Stammgästen zeigt uns, dass unser Angebot richtig ist und der Bedarf nach einem solchen Treffpunkt für sozial schwächere Menschen besteht. Bis zu 30 Gäste suchen das Café und die angeschlossene Beratungsstelle von In Via täglich auf.“

Mit diesen Worten blickte der Leiter der Einrichtung, Diplom Sozialpädagoge Dieter Bürger auf rund zwölf Monate Arbeit im Café in der Stiftsherrenstraße 9 in Jülich zurück.

Mit derzeit sechs ehrenamtlichen Helfern bietet das „Café Gemeinsam“ verschiedene Frühstücke zu kleinen Preisen, dienstags bis freitags ein warmes, sehr preiswertes Mittagessen, kalte und warme Getränke, einen warmen, gemütlichen Raum zur Begegnung und Unterhaltung, saubere hygienische Sanitäranlagen, Duschen und die Möglichkeit, Wäsche waschen zu lassen.

„Unsere Gäste kommen aus verschiedenen Altersgruppen und haben teilweise einen schweren Weg hinter sich. Lebensumstände, die sie selber oft nicht zu verantworten haben, haben sie aus der Bahn geworfen. Unser Team versucht, ihnen ein kleines Stück Geborgenheit zu geben“, betonte Bürger. Im „Café Gemeinsam“ würde der Leitgedanke des Vereins In Via, einem der Träger des Cafés, und zahlreicher anderer Einrichtungen gelebt. „Nicht einsam – gemeinsam vom Rand zur Mitte ist unser Leitsatz, der am ehesten unsere tägliche Arbeit widerspiegelt“, so der Diplom Sozialpädagoge. Einsamkeit sei eine der tiefgreifendsten Folgen im Dasein sozial benachteiligter Menschen. „Einsam sein heißt: isoliert, verbittert, und verhärtet bis tief in die Seele zu werden. Deshalb versuchen wir gemeinsam Ängste, Unsicherheiten, seelische Verletzungen aufzufangen, eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Und dann können wir helfen, vom Rand Schritt für Schritt wieder zur Mitte der Gesellschaft zu gelangen“, umriss Bürger die Grundphilosophie seines Vereins.

Unterhalten wird das „Café Gemeinsam“ von einer Kooperationsgemeinschaft, zu der neben In Via auch die Pfarrei Heilig Geist Jülich, die evangelische Kirchengemeinde und das Diakonische Werk Jülich sowie das Christliche Sozialwerk Jülich gehören. Die Kooperationspartner bringen jährlich über 10.000 Euro zum Betrieb des Projektes auf. „Dennoch sind die Gelder knapp“, so der Leiter des Cafés. „Da wir, anders als unser ‚Cafe Lichtblick‘ in der Stadt Düren keinerlei Zuschüsse der Stadt Jülich und des Kreises Düren erhalten, sind wir dringend auf Sach- und Geldspenden angewiesen“, erklärte Bürger. An die Bevölkerung richtete er die Bitte, gut erhaltene Kleidungsstücke nicht wegzuwerfen, sondern im Café abzugeben.

„Toll wäre auch, wenn der eine oder andere bei uns Essensgutscheine kaufen und sie den Bedürftigen in der Stadt geben würden“, ergänzte er. Gesucht werden natürlich auch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, da die Anzahl der Gäste stetig zunimmt. Der Nutzen des Cafés als sozialer Treffpunkt und Anlaufstelle sei auch für die Stadt Jülich sehr hoch. An die Politik im Rat der Stadt Jülich richtete er daher den dringenden Appell, bei den kommenden Haushaltsberatungen über einen Zuschuss für das Café zu diskutieren und das Projekt ab 2016 zu unterstützen.

Café Gemeinsam, Stiftsherrenstraße 9, 52428 Jülich, Telefon 02461-8059 87-1; Fax 02461- 8059873; geöffnet: Di - Do: 9 bis 14 Uhr; www.invia-dn.de.

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