Titz - C-Liga: Fußballsport krebst im tiefsten Keller

C-Liga: Fußballsport krebst im tiefsten Keller

Von: jago
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Zweikämpfe vor vollen Zuschau
Zweikämpfe vor vollen Zuschauerrängen sind bei den Turnieren um den Gemeindepokal der beste Beweis dafür, dass Mannschaften und Fans die Lokalkämpfe gerne sehen und nicht vermissen möchten. Foto: Jagodzinska

Titz. Fußballerisch ist mit der Gemeinde Titz gegenwärtig kein Staat zu machen. Mit dem Abstieg der 1. Mannschaft des SC Rödingen-Höllen in der Saison 2011/12 in die Kreisliga C war auch der letzte der vier Fußballvereine aus der Gemeinde Titz in der untersten Spielklasse angekommen.

Neben den Rothosen kämpfen seitdem die Spvgg Jackerath-Opherten, der SV Malefinkbach und Schwarz-Weiß Titz um den Wiederaufstieg.

In der nun zu Ende gegangenen Saison schafften die Rödinger einen beachtenswerten zweiten Platz vor Jackerath-Opherten, Malefinkbach landete auf Platz fünf, die Titzer mussten sich mit dem vorletzten Rang bescheiden. Wie kann die Zukunft positiver gestaltet werden? Zu dieser und weiteren Fragen äußerten sich Bernd Ochsenfort (SV Rödingen-Höllen), Guido Pungg (Spvgg Jackerath-Opherten) sowie Hermann Josef Meuser und Wolfgang Vaupel (SW Titz).

In der Vergangenheit wurde die Möglichkeit einer Fusion immer wieder einmal angesprochen, aber nie ernsthaft in Erwägung gezogen. In der jetzigen Situation stellt sich die Frage erneut: Wäre es nicht sinnvoll, dass sich zwei, drei oder alle vier Vereine zu einem zusammenschließen, um das Potential zu bündeln und für die Zukunft ein dauerhaft schlagkräftiges Team in den Ligabetrieb zu schicken?

„Aus rein sportlicher Sicht wäre es fahrlässig, sich nicht mit dem Thema Fusion auseinanderzusetzen. Grundsätzlich würden wir uns dem nicht widersetzen”, sagt Ochsenfort, relativiert aber: „Viel wichtiger wäre es, eine gemeinsame Jugendarbeit als Fundament für den Senioren-Spielbetrieb zu schaffen.”

Pungg, Meuser und Vaupel stehen einer Fusion noch kritischer gegenüber. „Die Interessen der Vereine sind sehr unterschiedlich. Auch wenn es nicht auf Ewigkeit ausgeschlossen ist, kommt das für uns kurzfristig nicht in Frage”, schließt man bei der Spvgg Jackerath-Opherten einen Zusammenschluss aus. Aus Titzer Sicht ist das logistische Problem des Trainings- und Spielortes ein wichtiger Punkt dagegen.

Zudem bezweifelt man eine automatische Qualitätsverbesserung und wird deutlich: „Einer, der meint, er könne geradeaus gegen den Ball treten, will doch sofort Geld haben. Die finanziellen Mittel für eine wirklich gute Mannschaft bekommt auf unserem Level keiner zusammen.” Weiterhin könnte man nicht erwarten, dass die Erlöse aus lokalen kulturellen Veranstaltungen, die nur in einem Ort auf die Beine gestellt würden, verallgemeinert würden. Zu guter Letzt heißt es bei den Schwarz-Weißen: „Wir wollen die Lokalkämpfe.”

Sehr unterschiedlich ist der Stand der Jugendabteilungen. Am besten aufgestellt ist man mit sieben Mannschaften, darunter ein Mädchenteam, bei den Vereinigten in Jackerath und Opherten. Hier macht sich der aus der Fusion der beiden Vereine 1994/95 entwickelte Aufbau sehr positiv bemerkbar. In Titz spielt eine A-Jugend, die noch mindestens drei Jahre Bestand haben wird, man ist „auf dem besten Weg zur Bildung neuer Mannschaften von den Bambini bis zur E-Jugend”. „Gott sei Dank haben wir nach vielen Jahren endlich wieder zumindest eine F-Jugend”, sieht Ochsenfort für Rödingen-Höllen einen Hoffnungsschimmer.

Neben dem Jugendbereich spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Gesamtvereins. „Es wird für uns immer schwieriger, eine schlagkräftige Mannschaft in den Spielbetrieb zu schicken. Es fehlen Sponsoren, die Mitgliederzahl sinkt, immer weniger Idealisten identifizieren sich mit dem Verein”, blickt Ochsenfort nachdenklich in die Zukunft. Optimistischer schätzen die Titzer die Situation ein: „Es wird überall solide gearbeitet. So hoffen wir, dass uns die Vereine noch lange erhalten bleiben.” Die Aussichten von Jackerath/Opherten sieht Pungg mittelfristig auf einem guten Weg: „Sollte es uns gelingen, die Jugend zu den Senioren hochzuführen, ist mir um die Zukunft nicht bange.”

Als Höhepunkt zu Beginn der jeweiligen Saison ist der Wettbewerb um den „Titzer Schlafcenter Haberl Gemeindepokal” vom Veranstalter gedacht. Attraktiv wird dieser nach Ansicht der Vereinsführungen allerdings ausschließlich durch die vom Sponsor ausgelobte Prämie. Vaupel und Meuser sehen zwar eine „gute Gelegenheit, einen ersten Eindruck vom Stand der Vorbereitungen” zu gewinnen, bestätigen aber wie auch Pungg und Ochsenfort, dass der sportliche Wert nicht besonders hoch anzusiedeln sei: „Der Wettbewerb wird dadurch verzerrt, dass viel zu viele aktuelle Spieler aus dem jeweiligen Kader noch in Urlaub sind.”
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