Bussard krallt sich einen Jogger

Von: jan
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Bussard im Anflug: Mit seinen Krallen hat ein Greifvogel zwischen Jülich und Stetternich einen Jogger am Kopf verletzt. Symbolbild: dpa

Jülich. Dass Bussarde Greifvögel sind, hat Michael Meyen aus Jülich jetzt mit Staunen und einigem Schrecken feststellen müssen. Der 55-Jährige wurde am Dienstag beim Joggen zwischen Jülich und Stetternich von einem Bussard angegriffen, der Vogel verletzte ihn dabei mit seinen Krallen am Kopf.

Meyen ließ die Wunden im Krankenhaus versorgen. „Es geht schon wieder ganz gut“, sagte Meyen einen Tag später. Sichtbare, bleibende Erinnerungen trägt der 55-Jährige wohl nicht davon, einen bleibenden Eindruck hat die Begegnung mit dem Greifvogel trotzdem hinterlassen.

„Ich dachte zuerst, dass ich von einem Stein am Kopf getroffen worden bin, der von der Straße weggeschleudert ist“, sagte Meyen. Der Angriff passiert an der Ecke Römerstraße/Stetternicher Straße. Sekundenbruchteile später sah er den Bussard über sich hinwegfliegen. „Der Bussard ist dann noch eine Weile über mir gekreist“, berichtete Meyen. Einen weiteren Angriff hat der Vogel nicht geflogen. Später stellte Meyen fest, dass er blutete.

„Solche Angriffe passieren sehr selten, aber es kommt vor“, sagte Lutz Dalbeck von der Biologischen Station des Kreises Düren. Meistens würden die Alttiere nur Scheinattacken fliegen, wenn sich eine vermeintliche Gefahr ihren Jungtieren nähert. Im Mai und Juni sei die Zeit, in der Jungtiere erstmals den Horst verlassen und Flugversuche unternehmen. Dabei seien sie unsicher und müssten oft so landen, dass die Alttiere sie in Gefahr wähnen und notfalls den vermeintlichen Angreifer attackieren.

„Das trifft einen dann natürlich völlig unerwartet. Wenn man gepackt wird, kann das unangenehm sein“, sagte Dalbeck. Große Gefahr gehe von solchen Angriffen aber nicht aus. Zu genereller Vorsicht oder Gegenmaßnahmen rät der Biologe nicht, schließlich sei nicht vorhersehbar, wo die Jungtiere notlanden. Außerdem dauere diese Phase nur wenige Tage. „Wenn die Jungtiere sicher im Horst oder in Bäumen landen können, dann passiert sowas nicht mehr. Mit solchen Angriffen kann man nicht rechnen.“

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