Jülicher Land - Busfahrer auch im Jülicher Land händerringend gesucht

Busfahrer auch im Jülicher Land händerringend gesucht

Von: Antonius Wolters
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Längst ein Mangelberuf: Nicht nur beim Jülicher Busunternehmen Theo Langen sind Plätze hinterm Steuer frei. Foto: Wolters

Jülicher Land. Wer Busunternehmen im Jülicher Land nach der Rekrutierung von Busfahrern befragt, hört meist die gleiche Antwort: „Wir suchen dauernd, doch das ist sehr schwierig“, sagt etwa Doris Labudda vom gleichnamigen Unternehmen mit Sitz in Aldenhoven, das beispielsweise den Schülerspezialverkehr im Gemeindegebiet und in Grevenbroich gewährleistet.

„Wir könnten immer einstellen“, heißt es bei einem Unternehmen aus der Landgemeinde Titz, das für das Führen seiner Reise- und Linienbusse 15 bis 20 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir finden sie einfach nicht“, lautet die Erfahrung von Theo Langen aus Jülich, dessen Unternehmen rund 120 Fahrer in Lohn und Brot hat. Ihn wurmt, dass es kommunalen Verkehrsbetrieben untersagt sei, Fahrer einzusetzen, die älter als 70 Jahre sind. „Das ist eigentlich eine Freiheitsberaubung“, schimpft Langen auf diese Verschärfung, die auch dann greife, wenn die betreffende Person ihre Gesundheitsprüfung bestanden habe. Das Risiko sei zwar höher beim Führen eines großen Busses, doch sei Busfahrer „ein Beruf wie jeder andere“.

Der ist aber offenbar akut vom Aussterben bedroht. „Seit Jahren wird die Lücke immer größer“, konstatiert Manfred Krause, der beim Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO) als Referent für Touristik und Öffentlichkeitsarbeit tätig ist. Nach seinen Angaben sind rund 70 Prozent aller Busfahrer älter als 45 Jahre, doch von unten „wächst nichts nach“. Früher habe die Bundeswehr noch Leute ausgebildet, die später als Busfahrer tätig wurden, doch diese Quelle sei inzwischen weitgehend versiegt, bedauert Krause.

Auf der anderen Seite sei der Bedarf weiter gestiegen. „Wir brauchen mehr Fahrer als früher“, verweist er auf die seit 2013 zugelassenen Fernbuslinien, die einen gewaltigen Hype ausgelöst und einen Imageschub fürs Busfahren bewirkt hätten – allerdings nicht mit zusätzlichen Fahrern verbunden waren, die für die Beförderung von jährlich 17 bis 18 Millionen Fahrgästen notwendig sind.

„Beweg was – werd Busfahrer“

Deshalb habe, so Krause, der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) eine Ausbildungsinitiative unter dem Motto „Beweg was – werd Busfahrer“ gestartet, der ein Arbeitsangebot mit Zukunft vorstelle. Da der Erwerb des Führerscheins Berufskraftfahrer Bus rund 10.000 Euro kostet, sei der Einstieg als Azubi sicher interessant, denn dann trage der Arbeitgeber diese Kosten. So sei für Auszubildende die Ausnahme erlaubt worden, dass sich diese für den Ausbildungsverkehr schon ab 18 Jahren hinter das Steuer eines Omnibusses setzen dürfen, was eigentlich erst ab 21 erlaubt ist.

Auch der NWO rührt die Werbetrommel und hat im vergangenen Jahr die Infoveranstaltung „Busfahrer/Busfahrerin – ein Beruf mit Zukunft“ aus der Taufe gehoben. Die Veranstaltung, die mit der Agentur für Arbeit organisiert wurde, richtete sich gezielt an Umschüler und vermittelt Einblicke in das breite Spektrum von Tätigkeiten in dem Beruf: Ob man Fahrer im Schülerverkehr ist oder im Reiseverkehr auf große Fahrt geht – jeder Dienst hat Besonderheiten.

Und die Bezahlung? „Die Löhne sind nicht so schlecht, wie sie gemacht werden“, nennt Manfred Krause etwa die gute Verhandlungsposition der Bewerber. „Viele zahlen übertariflich.“

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