Barmen - „Burgtheater“ Overbach mit Eigengewächs

„Burgtheater“ Overbach mit Eigengewächs

Von: Silvia Jagodzinska
Letzte Aktualisierung:
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Der markante Darsteller René Blanche spielt die Hauptrolle im Comedy-Probe-Dreh, der im Franz-von-Sales-Hof in Overbach stattgefunden hat. Foto: Jagodzinska
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Wolfgang Dinslage (M.) mit Hauptdarsteller Blanche und der pädagogischen Leiterin Andrea Royé.

Barmen. „Gehen wir noch mal auf Anfang. Ton läuft, Kamera läuft, und Action bitte“, ertönte die Stimme von Regisseur Wolfgang Dinslage. Als „coole Socke Jan-Marie“ schritt der ausdrucksvolle Charakterdarsteller René Blanche durch den Gang im „Franz von Sales-Hof“ in Overbach, klopfte in einem Trommelwirbel an eine Tür und sagte: „Ich weiß, was du denkst, aber diesmal ist alles anders...“.

Mit sprunghafter Mimik und wechselnder Stimmlage zeigte er, was er am besten kann, nämlich Comedy und schwarzen Humor, als Bösewicht oder Spaßvogel. „Stopp, Cut, super gesprochen, aber bitte versteinerte Miene nach: Was uns bisher durch die Lappen gegangen ist… Let‘s do it again“, forderte Dinslage auf. Die nächste Aufnahme gefiel dann Blanche selbst „überhaupt nicht“.

In der Folge wurden Ausdrucksformen oder technische Fehler verbessert, neue Ideen umgesetzt und die Szene bis zur Zufriedenheit aller Beteiligten wiederholt. Das ist ein Ausschnitt vom ersten Probe-Drehtag des „Burgtheaters Overbach“ am „Set“ Overbach, denn hier hat die Aachener Schauspielschule eine Dependance, also ein zweites Zuhause, gefunden – für ganz Jülich. Und genau hier hat Schauspielschulleiter René Blanche, der beim Dreh die Hauptrolle hat, auch sein Abi gebaut.

Natürlich „kann uns die Stadt auch in die Stadthalle einkaufen“, bemerkt er. Jetzt ist die Einrichtung aber zunächst in Barmen eingekehrt. „Neben Kulturwissenschaften, Kunst und Religion wollen wir hier gerne die Theaterkunst installieren, weil es so schön passt“, erklärte der Overbacher Hausobere Pater Josef Költringer augenzwinkernd. Ganz nebenbei ist die ambitionierte Namenswahl „Burgtheater“, die an das größte deutschsprachige Theater in Wien erinnert, eine schöne Verbindung zwischen dem burgähnlichen Ambiente des Drehortes und dem Herkunftsland Költringers.

Vier in erster Linie komische Szenen hat das Filmteam bereits gedreht. Drei davon hat der belgische Rundfunksender BRF gekauft, sie werden in naher Zukunft ausgestrahlt. „Darauf aufsattelnd probieren wir Szenen mit schwarzem Humor in Eigenproduktion“, wie Dinslage es ausdrückte. Der Regisseur besuchte das Burgau-Gymnasium in Düren, ist also wie René Blanche, der in der Gemeinde Aldenhoven zu Hause ist, auch ein „Kind des Kreises Düren“. Er feierte mit „Für Elise“ 2012 sein Filmdebüt und wurde prompt mit dem Filmkunstpreis ausgezeichnet.

Er verrät, dass es sich bei der im Probe-Dreh befindlichen Eigenproduktion um einen „Zinnober“-Film handelt mit „Set up“ in Haus Overbach. Die genannten Szenen haben der Aachener Produktionsfirma gefallen, deshalb sind sie an einem Ausbau mit einem professionellen Regisseur interessiert. Die Hauptrolle als „schlauer Fuchs, der Probleme anders angeht“, spielt René Blanche, weil er so „markant“ ist. „Sonst hätte ich nicht aus Berlin kommen müssen, wenn er nicht so einzigartig wäre“, sagt Dinslage.

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