„Burgtheater Overbach“ hat mit Probenarbeit begonnen

Von: ptj
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Das neue „Burgtheater“ stilecht eröffnet: auf der ausgeleuchteten Bühne der Aula in Haus Overbach. Foto: Jagodzinska

Barmen. Stilvoll eröffneten die Kooperationspartner auf der ausgeleuchteten Bühne der Aula in Haus Overbach das neu gegründete „Burgtheater Overbach“ und zerschnitten symbolisch das rot-weiße Band. Im reizenden Ambiente der einstigen Burg Overbach hat sich eine Dépendance der Aachener Schauspielschule niedergelassen.

Projektinitiator ist Schulleiter Réné Blanche aus Aldenhoven, ein ehemaliger Overbacher Pennäler. Sehr erfreut zeigte sich Hausoberer Pater Josef Költringer, der gerne die Schauspielkunst in Ergänzung der Ausrichtungen Musik, Religion, Kunst und der MINT-Fächer etabliert sieht. Bereits kurz nach Projektstart gestalte sich die Kooperation vielfältig.

„Wir haben viel vor“, wies der Pater neben der Jugendkulturarbeit auf Fortbildungen für Lehrer und Mitarbeiter im schulischen Ganztagsbereich hin. „Hoffentlich in Kooperation mit der Stadt Jülich“ sollen fortan auf der Bühne der Aula Theateraufführungen erfolgen.

„Der Steppenwolf“ zum Auftakt

Erste gemeinsame Produktion ist der Bekenntnisroman „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse, dessen Handlung „aktueller nicht sein könnte“, wie Blanche es ausdrückt. Denn Protagonist Harry Haller leidet unter der Widersprüchlichkeit und Orientierungslosigkeit seiner geistlosen Zeit und findet nur mit Galgenhumor aus seiner Existenzkrise. Die Proben sind bereits angelaufen.

„Es macht Spaß, wir kommen gut voran“, frohlockte Blanche. Passend zum „Steppenwolf“-Untertitel „Nur für Verrückte“ improvisierte er mit den Schauspielschülern Mirko Alles (4. Semester) und Maike Toussaint (3. Semester) augenzwinkernd eine Szene. In seiner zweiten Rolle „an einem richtigen Theater“ spielt Alles den Musiker Pablo, also eine bedeutende Person in der Handlung, die in Zürich in der Mitte der 1920er Jahre spielt.

„Es kommt darauf an, dass man ein Theaterstück an einen Adressaten richtet“. Das betonte Blanche in seiner kurzen Einführung in die Kunst des Theaterspielens mit Zielgruppe, verbunden mit den Vorteilen eines „eigenen Ensembles“. Das Gegenteil ist die „Fremdbespielung“, die in anderen Städten immer wieder „Anstoß zu Diskussionen“ biete.

„Deswegen gehen wir auf die Leute zu und fragen: Was ist Theater für euch? Was erwartet ihr?“ Zur Klärung dieses Anliegens lädt das „Burgtheater Overbach“ Jülicher Bürger am Samstag, 25. Juni, um 19 Uhr ein zu einem Dialogabend in die Aula von Haus Overbach. „Man bezeichnet das Publikum hier als konservativ, das kann ich nicht bestätigen“, ergänzte der Schauspielschulleiter. Man müsse dem Auditorium „auch mal was zutrauen“.

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