Bundesliga hat dem TTC Jülich schon den Weg geebnet

Von: Volker Uerlings
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Der „TTC-Tempel“ in der Jülicher Nordhalle ist durchaus erstligatauglich. In den letzten Jahren hat die Stadt hier – natürlich auch für den Schulsport – investiert. Foto: Kròl
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TTC-Präsident Mike Küven tritt im Lizenzspieler-Bereich in die Fußstapfen von Manager Beginn.

Jülich. Die „Lieferung“ kam schneller als erwartet. Kaum hatte sich Tischtennis-Zweitligist TTC Indeland Jülich den Plänen geöffnet, wieder einen Platz in der 1. Bundesliga anzustreben, bietet sich auch schon die Chance. Mitglieder und Gesellschafter der Tischtennis Bundesliga (TTBL) haben eine Aufstockung auf zwölf Mannschaften beschlossen, wie die Trägergesellschaft nun informiert.

„Wir haben lange darauf hingearbeitet, endlich wieder die besten Spieler Europas in Jülich zu sehen. Jetzt stimmen auch die Rahmenbedingungen“, reagierte der Jülicher Manager und Ehrenvorsitzender Arnold Beginn. Er spielt damit auf Veränderungen an, die das Oberhaus sowohl sportlich als auch finanziell attraktiver machen.

Ohne dass nur ein Cent für Spieler oder Ausrüstung ausgegeben worden wäre, verursachte die 1. Liga in der Vergangenheit Verwaltungs- und Strukturkosten, die in der 2. Liga ein halbes Team finanzieren. Eben diese Hürden wurden für Aufsteiger gesenkt. Aufnahmegebühr in den Trägerverein, Lizenzgebühren und die sehr teure Finanzierung von Liveübertragungen im Internet (Streaming) summierten sich. Das Gesamtpaket wurde nun „erheblich reduziert, die Kosten haben sich halbiert“, sagte der Manager, allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Ebenso wichtig sind dem TTC Indeland die sportlichen Veränderungen, auch wenn hier noch nicht alle Jülicher Wünsche in Erfüllung gingen. Die Aufstockung auf zwölf Teams sorgt für ein zusätzliches Heimspiel bei allen künftigen Erstligisten ab der Saison 2016/2017. Zu diesem Kreis zählt Jülich, wenn es am Ende der in sechs Wochen beginnenden Zweitligasaison einen der ersten drei Plätze belegt. Die neue Mannschaft sollte dazu das Potenzial besitzen, darin sind sich Arnold Beginn und TTC-Präsident Mike Küven einig. Man darf also gespannt sein, ob das Team diesen Vorschusslorbeeren ab Anfang September gerecht wird.

Ein Dutzend Mannschaften in der höchsten Klasse sorgen in der Zukunft auch dafür, dass es nicht mehr nur Spannung bei der Vergabe des Meistertitels gibt, sondern daneben auch einen „echten“ Abstiegskampf. In den letzten zwei Jahrzehnten war das oft genug anders, da Klubs in der Zweiten Liga aus Kostengründen auf den Aufstieg verzichteten, Erstligisten Pleite gingen oder aus vielerlei Gründen freiwillig in eine untere Klasse wechselten.

Auch in der bald startenden Spielzeit ist die Bundesliga nicht komplett, sondern mit neun Teams unter der Sollstärke von zehn. Ein Jahr später wird sich das wohl ändern, wenn dann drei Aufsteiger anklopfen. Abermals zwölf Monate später könnte es auch eine Abstiegsrunde mit den Mannschaften der unteren Tabellenhälfte geben, was die Jülicher hoffen. Das ist noch nicht beschlossen, eine Absichtserklärung gab es Anfang der Woche von Nico Stehle, Geschäftsführer der Tischtennis Bundesliga GmbH.

Die Jülicher Nordhalle wäre jetzt schon erstklassig, auch darin sind sich Arnold Beginn und Mike Küven einig. Der Manager: „Da müssen wir die Stadt loben, die viel investiert hat. Früher musste man sich fast schämen, wenn man einen Weltmeister in die Sanitärbereiche führte. Die sind modernisiert, auch das Licht ist jetzt gut.“

Noch eine wichtige Voraussetzung: Mike Küven wird nicht nur im Gesamtverein, sondern auch bei der vielschichtigen Arbeit im Lizenzspieler-Bereich in die Fußstapfen von Arnold Beginn treten und entlastet den 74-Jährigen heute schon – zum Beispiel bei Sponsorengesprächen wie jüngst mit Namenssponsor Indeland GmbH. Der Vertrag läuft am Jahresende aus. Die Zeichen stehen aber auf Verlängerung.

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