Bund gibt Millionen für das Mechatronikzentrum

Von: hfs.
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Oberstleutnant Matthias Steves (r.) und die Mitarbeiter blicken noch besorgt auf das Hallendach. Dieses wird nun aber für 1,5 Millionen Euro „dicht” gemacht. Ein Jahr dauern die Arbeiten. Foto: hfs.

Jülich. Die Bundeswehr erhält rund 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Die Finanzspritze für die Truppe kommt gut an, besonders im Westen der Republik. Sagt jedenfalls Oberstleutnant Matthias Steves, Leiter des Mechatronikzentrums der Bundeswehr in Jülich. Dorthin fließen 2,7 Millionen Euro.

„Seit Jahren ist in den Westen nicht viel investiert worden. Mit der Wiedervereinigung ging alles in die ehemaligen NVA-Liegenschaften. Jetzt wird es Zeit, dass auch hier Geld in die Hand genommen wird.” Oberstleutnant Steves findet es gut, dass der Osten, was die militärischen Liegenschaften betrifft, aufgebaut wurde.

Doch für ihn hinkt nun der Vergleich. „Bei uns sind Sechs-Mann-Stuben nicht ungewöhnlich”, weiß der 58-jährige Berufssoldat, der seit sechs Jahren Leiter des Mechatronikzentrums der Bundeswehr ist. Und in „seiner” Liegenschaft kommt er tagtäglich mit Unzulänglichkeiten in Berührung.

Plastikplanen schützen Maschinen

Noch, denn nun fließen aus dem KonjunkturpaketII rund 2,7 Millionen Euro nach Jülich. Und die sind schon restlos verplant. „Es kann nicht sein, dass hier unten hochmoderne Apparaturen stehen, die aber mit übergehängten Plastikbahnen vor Regen geschützt werden müssen”, blickt Steves besorgt zum Hallendach. Das ist seit Jahren undicht, es tropft auf Gerätschaften und Werkzeuge. Kein Wunder, denn die Komplett-Sanierung des Dachschiffes der Halle 5 wurde vor Jahren mangels Geld gestoppt.

„Jetzt soll der Rest saniert werden”, ist nicht nur Steves froh, sondern auch seine Bediensteten. Das gilt insbesondere für die, welche im darunter liegenden Bereich arbeiten. Und manche Überraschung erlebten, wenn sie zu Wochenbeginn wieder ihre Arbeit aufnahmen. Da hatte sich in den Plastikbahnen, die über der Fräsmaschine provisorisch gespannt waren, ein Wassersack gebildet. „Der war geplatzt, die hochwertigen Fräser, die in den Schubladen lagen, waren gerostet und nicht mehr zu gebrauchen.”

Diese Zeiten gehören aber bald der Vergangenheit an. Vielleicht schon ab Mai beginnt die Sanierung des letzten Teilstückes des Hallendaches. Die alte Teerpappe wird heruntergerissen, ebenso die Bimsdecken und die alten Stahlbleche der Konstruktion, die auf Mauern ruhen, die 1918 errichtet wurden. „Die Maßnahme dauert rund ein Jahr, denn alle Arbeiten werden bei laufendem Betrieb durchgeführt”, betont Steves.

Den freut es besonders, dass der Sanitärbereich für die 234 Mitarbeiter endlich saniert werden kann. Der erinnert aktuell an Nachkriegszeiten. Meter lange Waschbecken, von denen das Abwasser auf den Kachelboden fließt, um über eine Rinne abgeführt zu werden. „Dies alles erinnert einen an die ersten Kauen einer Zeche”, rümpft der Oberstleutnant die Nase. Ganz zu schweigen von den Duschen und Umkleidetrakten.

Die ganze Halle wird entkernt, rund 1,2 Millionen Euro werden angepackt, damit die Provisorien ein Ende haben. „Wenn mit diesen Arbeiten nicht begonnen worden wäre, dann wäre ich sehr enttäuscht gewesen”, sagt Matthias Steves, der im Juli in Pension geht. Seinem Nachfolger überlässt er noch genügend außermilitärische Arbeit. „Hallen-Bodensanierungen, Elektroinstallationen, Heizungen, Schall- und Wärmedämmungen.” Steves Aufzählungen dürften Millionen verschlingen, ehe der übliche Standard erreicht ist.
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