Bürgermeisterwahl: Sechs wollen Stommel folgen

Von: Volker Uerlings
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Sechs Männer wollen beim Urnengang die Nachfolge von Bürgermeister Heinrich Stommel antreten. Foto: Uerlings

Jülich. Die Herzogstadt hat die freie Auswahl am 13. September. Sechs Männer wollen beim Urnengang an diesem Tag die Nachfolge von Bürgermeister Heinrich Stommel antreten, der nicht wieder kandidiert. Nun hat auch der Einzelbewerber Michael Lingnau die erforderliche Zahl an Unterstützer-Unterschriften (mindestens 200) bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Der Rechtsanwalt ist Mitglied der CDU, nicht aber der Kandidat der Partei. Ob das so bleibt, muss sich zeigen, denn dem Bewerber wird der Parteiausschluss angedroht, weil er gegen einen Bewerber antritt, dem die Mitgliederversammlung den Auftrag dazu erteilt hat: Frank Peter Ullrich.

„Es ist ein Verhalten, das zum Ausschluss führen kann“, sagte Stadtparteivorsitzender Elmar Fuchs am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion, der in Lingnaus Einzelbewerbung einen Verstoß gegen „alle Satzungen der CDU“ sieht. Wenn die Kandidatur offiziell wird – wohl nach der Sitzung des Jülicher Wahlausschusses am 30. Juli –, kommt der Vorstand der Jülicher Christdemokraten zusammen und wird laut Fuchs dann die Kreispartei informieren. Der obliegt es, das Ausschlussverfahren in die Wege zu leiten. Dazu wird ein Schiedsgericht bemüht.

Der Jurist hat nach eigenen Angaben „knapp 300 Unterschriften“ erhalten und am Dienstag zur Prüfung eingereicht. Wie bei den weiteren Bewerbern muss der Wahlausschuss nach Abschluss der Prüfungen darüber befinden, ob die Kandidaturen alle Formvoraussetzungen erfüllen.

Michael Lingnau war schon bei der CDU-Mitgliederversammlung wie zwei weitere Christdemokraten gegen Frank Peter Ullrich angetreten, der als Sozialdemokrat gemeinsamer Kandidat von SPD und Union werden sollte. Das ist dann deutlich gelungen. Ullrich holte auch bei der CDU im ersten Wahlgang 56 Prozent der Stimmen.

Warum er dieses Parteivotum nicht akzeptiert, wollte unsere Zeitung von Michael Lingnau wissen. Er sagte: „Ich stelle mich nicht gegen das Votum, sondern bewerbe mich als Einzelkandidat aus Überzeugung. Ich fühle mich dazu befähigt. Es geht mir um eine gute und eine bessere Stadt.“ Lingnau machte auch deutlich, dass er „den Vorderen der Partei nicht den Gefallen“ tun werde, aus der Union auszutreten. „Ich halte meine Mitgliedschaft aufrecht.“ Dass seine Kandidatur gegen die Satzung verstößt, „bezweifle ich, das würde ich gern von allen Kommissionen überprüfen lassen, die es gibt.“

Unterschwelliges CDU-Etikett

Parteichef Elmar Fuchs stößt sich daran, dass Lingnau in seinen Auftritten und Werbeschriften das CDU-Etikett unterschwellig vermittele, obwohl „er nicht unser Kandidat ist“. Das reiche bis zur Verwendung der Farben im Netz (orange). Ob Lingnaus Bewerbung um das Jülicher Bürgermeister-Amt ausschlussrelevant ist oder nicht, werden die Gremien der Partei erst in Wochen klären können.

Auf jeden Fall gibt es nun sechs Kandidaten: Heinz Frey (UWG Jül), Jürgen Laufs (Grüne), Axel Fuchs (Einzelbewerber, unterstützt von der FDP), Sven Reichert (Einzelbewerber), Michael Lingnau (Einzelbewerber) und eben Frank Peter Ullrich (SPD, für CDU und SPD). So viel Auswahl gab es bei Jülicher Bürgermeister-Wahlen lange nicht. Es ist ein neuer Rekord.

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