Bürgermeister Fuchs besucht Notunterkunft für Flüchtlinge

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Einrichtungsleiterin Sabine Günnel (l.) erklärt Bürgermeister Axel Fuchs (v.r.) und Beigeordnetem Martin Schulz die Abläufe in der Notunterkunft. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Wer die Anlage auf der Merscher Höhe betritt, muss sich ausweisen. Auch Bürgermeister Axel Fuchs. Die Sicherheitsauflagen sind hoch. Ein Zaun grenzt die Notunterkunft zum Schutz der Flüchtlinge ein. Axel Fuchs besucht an Silvester die Einrichtung und informiert sich.

109 Menschen aus Afghanistan, Iran, Irak und Syrien, darunter 49 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sind bislang zugewiesen. „Die Erfahrungen sind durchweg positiv“, berichtete Leiterin Sabine Günnel beim Rundgang durch die Anlage. Nach der Ankunft erhielten die Flüchtlinge in einem Empfangszelt einen kleinen Imbiss, Kaffee oder Tee, luden ihre Mobiltelefone auf. Schon dieses erste Zusammentreffen gab Günnel Aufschluss, wer gut mit wem kann. Hier bildeten sich die ersten Gruppen. Spontan fanden sich beispielsweise sechs afghanische Männer, die zusammen gereist und jetzt im gleichen Zelt unterbracht sind.

Die anschließende Registrierung erfolgt in einem anderen Zelt. 82 freiwillige Helfer, Studenten der Fachhochschule, übernehmen ehrenamtlich die Dolmetscherdienste. Im gleichen Zelt geben die Mitarbeiter der Notunterkunft Bettwäsche, Wasser und Hygieneartikeln aus. Schon in den ersten Tagen stellte Günnel fest, dass die Flüchtlinge sehr bemüht seien, die deutsche Lebensweise und Sprache zu lernen, egal, ob es um die Mülltrennung oder die ersten deutschen Worten gehe. „Die Menschen haben ein Bedürfnis anzukommen“, sagt Günnel. Und: „Wir haben gemerkt, dass sie sich hier sichtlich entspannen.“

In einem weiteren Zelt befindet sich die Kleiderausgabe. Die Spendenbereitschaft der Jülicher sei phänomenal gewesen, sind sich alle Verantwortlichen einig. Und dennoch wird weitere Kleidung gebraucht. Dringend benötigt werden Winterbekleidung und -schuhwerk, Socken, Unterhosen und -hemden.

Nach dem Maß der Not helfen

In den ersten beiden Tagen führten Sozialarbeiter Gespräche mit den Flüchtlingen, stellten unter anderem den Bedarf an Kleidung fest. Die Ausgabe wird dokumentiert. „Wir wollen nach dem Maß der Not helfen und keine Selbstbedienung sein“, sagt Günnel.

Im Kantinenzelt ist eine Spielecke eingerichtet, zwei Kinder spielen selbstvergessen. Einige Menschen sitzen an Tischen, warteten auf die Aufforderung die Kleidung abzuholen, unterhalten sich, trinken Tee. Die Essensausgabe ist dreisprachig beschildert auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Der Versorger kommt aus Kirchberg. „Somit haben wir auch hier wieder jemand Lokales ins Boot geholt“, freut sich die Einrichtungsleiterin, die klar und strukturiert die Abläufe erklärt. Die Kantine sei bewusst den ganzen Tag geöffnet, diene gleichzeitig als Kommunikationsort. Einen Kaffee gebe es immer.

Finanziert wird die Notunterkunft vom Land NRW. Betreiber ist die Ortsgruppe Jülich des Deutschen Roten Kreuzes. Wann die nächsten Busse kommen, weiß Sabine Günnel nicht. Platz ist noch reichlich. Bis zu 1000 Menschen können auf der Merscher Höhe untergebracht werden. „Zum Schluss wird sie 55 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen“, sagt Justus Peters, Vorsitzender des DRK-Ortsverbandes Jülich.

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