Kirchberg/Düsseldorf - Bürgerinitiative „Zukunft Kirchberg“ schaltet die Landesregierung ein

Bürgerinitiative „Zukunft Kirchberg“ schaltet die Landesregierung ein

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Gudrun Zentis MdL (l.) begleitete die Vertreter der BI „Zukunft Kirchberg“ bei der Übergabe von rund 1300 Unterschriften an NRW-Umweltminister Johannes Remmel (3.v.l.) in Düsseldorf. Foto: Bündnisgrüne NRW

Kirchberg/Düsseldorf. Unlängst haben sich Vertreter des Arbeitskreises (AK) „Ortseinfahrt“ der Bürgerinitiative (BI) „Zukunft Kirchberg“ in Düsseldorf mit NRW-Umweltminister Johannes Remmel getroffen, um ihm rund 1300 Unterschriften gegen ein geplantes Hochregallager und eine Industriebrücke am Ortseingang von Kirchberg zu überreichen.

Nach Worten des AK-Sprechers Andreas Nogga befürchtet die BI, dass die Stadt Jülich das Projekt schon deshalb verwirklichen möchte, „weil sie ein Signal an Investoren setzen möchten, dass Jülich industriefreundlich ist“. So habe Bürgermeister Heinrich Stommel etwa beim Aufstellungsbeschluss ausdrücklich den Zusammenhang zum geplanten interkommunalen Industriegebiet auf der Merscher Höhe hergestellt.

Ein Beschluss aus Angst könne aber keine gute Grundlage für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt Jülich sein, finden Nogga und die BI. Sie wollen mit der Übergabe der Unterschriften an die Landesregierung zugleich darauf aufmerksam machen, dass Kleinstädte sich häufig in der Situation sehen, dass industriepolitische Entscheidungen vermeintlich von außen aufgezwungen sind.

Im Gespräch mit Remmel wurde als besonderes Problem des geplanten Logistikzentrums der Firma Eichhorn die direkte Nachbarschaft zum FFH Naturschutzgebiet identifiziert. So hat sich der Umweltminister nach Worten Noggas „besorgt gezeigt, dass die Industrieansiedlung das Naturschutzgebiet beeinträchtigt“.

Die Firma Eichhorn betreibt in Kirchberg ein Wellpappenwerk mit rund 140 Beschäftigten. Sie beabsichtigt, ihre Produktion zu erweitern und zusätzlich ein Logistikzentrum zu bauen. Das Logistikzentrum und weitere Hallen sollen auf der linken Seite Ortseinfahrt auf einer Fläche unmittelbar angrenzend an das FFH-Gebiet „Indemündung/Pellini-Weiher“ errichtet werden. Die von der Firma genutzte Betriebsfläche würde sich damit etwa verdoppeln. Wesentliche Baukörper des Logistikzentrums sollen ein gigantisches, 35 m hohes, 45 m breites und rund 100 m langes vollautomatisches Hochregallager werden sowie eine wuchtige Industriebrücke über die Ortseinfahrt zur Verbindung des Logistikzentrums mit dem bestehenden Betriebsteil.

Während die BI das Vorhaben des Unternehmens begrüßt, sich für die Zukunft zu rüsten, betrachtet sie und die große Mehrheit der Bürger mit Sorge und Ablehnung die geplanten Dimensionen und Ausführung des Bauvorhabens. „Wir halten ein Logistikzentrum dieser Größenordnung nicht mit dem Leben in einem Dorf vereinbar“, schreibt die BI, die seit fast einen Jahr versuche, die Belange von Bürgern, Natur und Unternehmen unter einen Hut zu bekommen.

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