Bürgerinitiative startet Aktion zum Schutz der Rurdamm-Kastanien

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Sehenswürdigkeit ist gefährdet: die Kastanienallee auf dem Rurdamm. Bürger wollen den Miniermottenbestand reduzieren. Foto: Uerlings

Jülich. Neben der Zitadelle und dem Brückenkopf(-Park) ist die Kastanienallee auf dem Rurdamm „eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Stadt Jülich“. Das sagt Markus Volmer aus Jülich, der wie 15 Mitstreiter der Bürgerinitiative (BI) Kastanienallee Rurdamm angehört.

Mit einer Länge von ca. 2,5 Kilometern sei die Baumreihe „vermutlich die längste Rosskastanienallee Europas. Sie ist nicht nur wertvoller Lebensraum für viele seltene Tiere, sondern auch zu allen Jahreszeiten Ziel Erholungssuchender. Doch auch dem ungeübten Auge fällt sei längerem auf, dass mit den Bäumen etwas nicht stimmt.“ Vor allem Raupen der Miniermotten setzen den Kastanien zu.

Die BI hat sich erst vor ein paar Monaten gegründet, als bekannt wurde, dass im Zuge der Rur-„Renaturierung“ nicht nur Pappeln, sondern in Folge auch viele Kastanien gefällt werden sollen. Einige Anwohner der Herzogin-Jacobe-Straße haben sich zusammengetan, wie Sandra Schiffer-Moser auf Anfrage der Redaktion berichtet. Inzwischen hat sich der Unterstützerkreis vergrößert. Die Initiative hat Unterschriften gegen das Entfernen der Kastanien gesammelt und will nun einen weiteren Beitrag zu deren Erhalt leisten: bei einer Blattsammelaktion am Samstag, 7. November, von 10 bis 14 Uhr. Sie bittet interessierte Bürger(-innen) um Unterstützung.

Markus Volmer beschreibt das Problem: „Schon früh im Jahr, während andere Bäume noch im saftigem Grün stehen, färben sich die Blätter der Rosskastanien herbstlich braun. Wer sich ein Blatt nimmt und genau hinschaut, kann feststellen, dass die Blätter regelrecht ausgehöhlt sind und sich zwischen der oberen und unteren Blatthaut winzige Raupen eingenistet haben: die Raupen der Miniermotte. Durch ihre Fraßtätigkeit durchtrennt die Raupe die Versorgungsbahnen der Blätter, die schließlich vertrocknen und den Baum bereits im Sommer herbstlich braun erscheinen lassen.“

Natürliche Fraßfeinde habe die Motte noch nicht. Volmer weiter: „Vielleicht dauert es noch einige Jahre, bis Kohlmeise, Kleiber und Co. die Miniermotte in ihren Speiseplan aufnehmen. Bis dahin gibt es kaum Möglichkeiten, den winzigen Schädling zu bekämpfen.“

Die Tatsache, dass die Miniermotte durch ihre Fraßtätigkeit den Wirtsbaum nicht unmittelbar zugrunde richtet, tröste nur im ersten Ansatz: Weil große Teile des Blattgrüns beschädigt werden, werde die Möglichkeit des Baumes zur Photosythese und zur Produktion von Nährstoffen eingeschränkt. „Der Baum wird über Jahre geschwächt und anfälliger für andere Baumkrankheiten“, sagt Markus Volmer. So mussten schon zahlreiche Kastanien auf dem Rurdamm gefällt werden, weil sie von dem Pseudomonas-Bakterium befallen wurden. Dieser Erreger führt dazu, dass in kürzester Zeit Teile des Baumes oder der ganze Baum absterben und eine Gefahr für Passanten darstellen. Eine weitere Gefahr stellen die pilzähnlichen Erreger Phythophtora dar.

Gegen beide Pflanzenschädlinge gibt es derzeit noch keine direkte zugelassene und praktikable Bekämpfungsmöglichkeit. Die einzige Möglichkeit, den Kastanien beim Überlebenskampf zu helfen, besteht laut Initiative und Volmer in der Verringerung des Befalls mit Miniermotten. Ihre Eier kleben an den Blättern und fallen mit ihnen im Herbst zu Boden. Wenn nun im Herbst das Falllaub samt anhaftenden Eiern entfernt und vernichtet wird, wird die Anzahl der neu schlüpfenden Motten im folgenden Frühling verringert.

Daher ruft die Bürgerinitiative Kastanienallee Rurdamm zur Blattsammelaktion am 7. November auf – auch die Stadt hilft. Treffpunkt: auf dem Rurdamm, Matratzengeschäft gegenüber Tankstelle. Um die Teilnehmerzahl überblicken zu können, wird um Anmeldung (E-Mail an rurdamm@yahoo.de) gebeten. Wer hat, sollte Fächerbesen mitbringen.

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