Bürgerinitiative auf der Spur der Vogelvielfalt entlang der Rur

Von: bro
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jülich rurdamm
Die Gruppe wandert den Rurdamm entlang – vorne weg: Oliver Krischer (links) und Emily Willkomm-Laufs (Mitte). Foto: L. Broderius

Jülich. Die Kastanien von den Miniermotten befreien – das ist die Mission der Jülicher „Bürgerinitiative Kastanienallee Rurdamm“, die damit den Bestand der Bäume retten will. Nicht nur Laub haben die BI-Mitglieder aufgesammelt, um damit den Miniermotten den Unterschlupf zu nehmen, sondern gemeinsam mit Jülicher Kindergärten und Schulen auch knapp 100 Nistkästen an den Bäumen angebracht.

Bewohnt werden diese von Meisen, den natürlichen Fressfeinden der Motten. Ob diese Kästen aber auch angenommen wurden? Das haben die Initiatoren und Anwohner des Rurdamms jetzt getestet. Mit dem Ortsverband der Grünen und dem Bundestagsabgeordneten der Bündnisgrünen und Hobby-Ornithologen Oliver Krischer luden sie zu einer Vogelstimmenexkursion an der Rur ein. Trotz Regenrisikos waren viele gekommen. „Das Wetter stört nur den Menschen, den Vögeln macht das nichts aus“, bemerkt Krischer, führte die Gruppe an der Rur entlang und ließ sie an seinem Wissen teilhaben.

Ob Amsel, Gebirgsstelze, Zilpzalp, Buchfink oder Heckenbraunelle – Krischer kennt sie alle. Schon seit Kindheit an beschäftigt er sich mit Vögeln und ist fasziniert von den verschiedenen Gesängen. „Das Rotkehlchen singt im obersten für uns hörbaren Frequenzbereich und sogar darüber hinaus – das sind die Lücken, die wir hören, wenn der Gesang zu hoch wird“, erklärt er. Als Kind habe er nie an diese Lücken glauben wollen, aber umso älter man werde und umso schlechter das Gehör, umso deutlicher werden die Unterbrechungen. Dann erzählt er weiter: Von Buchfinken mit regionalen Dialekten bis hin zu Kleibern, die Löcher in Bäumen verkleinern, um die Konkurrenz auszuschalten.

Fazit: Die Mission Nistkästen scheint Früchte zu tragen – über den ganzen Weg verteilt hört man viele Meisen. Wer genau hinhört, erkennt schnell: Die Vielfalt an Vogelstimmen ist unerwartet groß an dem kleinen Streifen Natur des Rurufers. Ein Fleckchen, das man nicht unterschätzen darf: „Man sieht, dass das Rurufer einer der wertvollsten Bereiche der Stadt ist. Ohne die vielen Brombeersträucher und Bäume würde es hier höchstens zwei, drei Vogelarten geben. Deshalb ist es so wichtig, das zu erhalten“, betont Oliver Krischer.

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