Bürger sind empört: Römerpark ist kein Hundeklo

Von: gep
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Der Wasserspielplatz im Römerpark: Eltern klagen über Hundekot im Spielsand, weil einige Halter ihre Vierbeiner offenbar dort ihre „Geschäfte“ verrichten lassen. Foto: gep/Stock, Arco Images

Aldenhoven. Nach Elternprotesten wird die Gemeinde Aldenhoven verstärkt im Römerpark kontrollieren und auf Sauberkeit achten. Als seine kleine Tochter Sophie (5) buchstäblich in die Sch... gegriffen hatte, war dem Aldenhovener Ferdy Müller der Geduldsfaden gerissen.

„Der Römerpark ist ein Hundeklo.“ Seit sieben Jahren, so sagt er, sei der „verdreckte“ Wasserspielplatz für ihn ein Aufreger wie für andere Eltern auch, weil es sich um einen Infektionsherd für Kinder handele. Der Wasserspielplatz sei „oft genug eine Kloake“. Und dann plantschten dort auch noch Hunde herum. Selbst Halter mit AC-Kennzeichnen ließen dort ihre „Köter“ frei umherlaufen, schimpft er.

Empört ist auch Michael Bauer, Vater von Ben (5). „Irgendwann ist Schluss mit lustig“. Er habe wie andere Eltern „mehr als einmal die Hundewürste weggemacht“, die manchmal „direkt neben der Rutsche“ gelegen hätten. Nach der seinerzeitigen Revitalisierung des Römerparks habe das Ordnungsamt zwar regelmäßig kontrolliert, aber „seit drei, vier Jahren lässt man die Zügel schleifen“, hat Bauer beobachtet.

Müller, Betreiber des nahegelegenen Fitness-Centers, fordert die Gemeinde auf, jetzt endlich Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Müller hat vor einigen Tagen auch das Gesundheitsamt des Kreises Düren alarmiert. Dr. Norbert Schnitzler, Leiter Infektionsschutz, schloss sich daraufhin mit der Aldenhovener Baudezernentin Anita Klotz kurz, denn nach seinen Angaben kann durchaus das Risiko des Würmerbefalls bestehen. Der Hundebandwurm könne als Parasit Organe schädigen, etwa Leber und Lungen. Die Dezernentin, so Schnitzler, „sieht das Problem auch“.

Auch nach Einschätzung von Bürgermeister Lothar Tertel hat das Problem „überhandgenommen“. Nach dem Anruf aus dem Kreishaus Düren sei der Spielplatz „noch einmal kontrolliert“ worden, doch seien dabei „keine wesentlichen Verunreinugungen“ festgestellt worden.

Das Ordnungsamt sei schon dazu übergegangen, das Areal „verstärkt zu bestreifen“. Dazu würden die „schwarzen Sheriffs“, die bisher vor allem gegen Parksünder eingesetzt worden sind, an sechs Tagen in der Woche und auch außerhalb der normalen Dienstzeiten im Römerpark patrouillieren. Bei einem Streifengang gegen 19 Uhr seien neulich „keine Verstöße“ festgestellt worden.

Tertel erinnerte daran, dass derjenige mit einem Verwarngeld von bis 35 Euro rechnen musse, der seinen Hund im Park nicht angeleint habe oder ihn koten lasse, ohne die Exkremente unverzüglich zu entsorgen. Das Wasser im Römerpark, so erklärt der Bürgermeister weiter, entspreche den gesetzlichen Anforderungen. Der Rundlauf werde mehrmals täglich mit Frischwasser automatisch aufgefüllt, da Wasser verdunste. Auch sei eine Umwälzpumpe in Betrieb. Der Spielsand werde „kontinuierlich gereinigt und auf Verunreinigungen untersucht“.

Überall Schilder

Zur Forderung von Eltern nach größeren Hinweisschilder, notfalls auch durch dann namentliche Sponsoren finanziert, entgegnete der Bürgermeister, dass „schon überall Schilder hängen“, die die Verhaltensregeln für den Römerpark auflisteten. Aber der Elternvorschlag sei überlegenswert.

Sollte eine Hundewiese – Ferdy Müller: „50 Meter weiter“ – eingerichtet werden, so müsse diese, so Tertel, eingezäumt sein und beaufsichtigt werden. Das koste Geld.

Kreismediziner Schnitzler indes sieht das generelle Hygiene-Problem bei Kinderspielplätzen ziemlich nüchtern: Gäbe es amtsärztliche Kontrollen, „dann hätten wir keine Spielplätze mehr“.

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