Welz - Bürger fordern Aufklärung über die Belegung des Warnamts

Bürger fordern Aufklärung über die Belegung des Warnamts

Von: Otto Jonel
Letzte Aktualisierung:
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Heike und Hans Schmitz, die unmittelbaren Nachbarn des ehemaligen Warnamts in Welz, haben wie andere Welzer Fragen zur Unterbringung von Asylbegehrenden in der Bundesliegenschaft. Foto: Jonel

Welz. Im ehemaligen Warnamt in Welz, das die Bundespolizei bis 2014 nutzte, werden in Bälde Flüchtlingen bzw. Asylbegehrende einziehen. Die Vorbereitungen dazu vor Ort laufen. Die Heizungsanlage beispielsweise ist ertüchtigt worden. Alles steht bereit, in einer ersten Phase 30 Flüchtlinge, allesamt Männer, einzuquartieren.

Bei dem plötzlichen Bevölkerungsanstieg am Fahlenberg fühlen sich etliche in dem 645-Seelen-Dorf übergangen. Rund 80 Unterschriften wurden auf Initiative von Hans Schmitz gesammelt – nicht, um die Unterbringung der Asylsuchenden zu verhindern. „Mir ist wichtig, dass der Bürger ernst genommen wird und sich beteiligen kann“, betont Hans Schmitz.

Genau das geschieht nicht, kreidet er der Linnicher Verwaltung und insbesondere dem Bürgermeister an. Seit drei Wochen liege dem Bürgermeister ein Fragenkatalog der Welzer vor. „Bis heute hat Bürgermeister Witkopp zu keinem von uns Kontakt aufgenommen“, beklagt der unmittelbare Anrainer der künftigen Asylbewerber-Unterkunft.

Nur „Linnicher“?

Ein Dutzend Fragen umfasst der Katalog, der dem Bürgermeister zugeschickt wurde, Das Themenspektrum ist breit gefächert. Es reicht von der Einrichtung einer zweiten Zufahrt – eigentlich bildet das Warnamt den Abschluss der Straße Am Fahlenberg, über die folglich der gesamte Zulauf erfolgt – bis hin zur Frage, ob in Welz ausschließlich „Schutzsuchende ungebracht (werden), die der Stadt Linnich zugewiesen werden oder auch Personen von Nachbarkommunen“.

Die Unterzeichner versichern, dass sie „für ein weltoffenes Deutschland einschließlich gebotener Gastfreundlichkeit stehen“. Aber sie hätten Sorgen, die zur Kenntnis genommen werden sollten. Die unterschwellige Angst von Frauen angesichts der reinen Männergesellschaft in der Nachbarschaft, oder die Sorge um das gesundheitliche Wohl. „Kann davon ausgegangen werden, dass keine Personen mit ansteckenden gefährlichen Infektionskrankheiten (Ebola etc.) in der Unterkunft aufgenommen werden?“

Ein wichtiger Aspekt der Welzer ist die Absicherung und Überwachung des Geländes im Außenbereich. Nicht nur im unmittelbaren Außenbereich der Unterkunftsgebäude, sondern auch außerhalb des umfriedeten Geländes. Heike Schmitz: „Wir wollen hier keine Aufmärsche der Neonazis oder Pegida.“ Das könne aber passieren, befürchtet sie. „Und wer schützt uns dann?“

Neben weitere Fragen, etwa nach der Betreuung der Flüchtlinge und einem direkten Ansprechpartner bei etwaigen Problemen, wird letztlich angezweifelt ob ein so starker Zustrom an Fremden in so kurzer Zeit in einem kleinen Ort wie Welz noch sozialverträglich bewältigt werden könne. In Gevenich mit dem aus allen Nähten platzenden Übergangsheim für Asylbewerber wird diese Frage übrigens seit Jahren nicht mehr gestellt.

Die Unterzeichner der Unterschriftenliste fühlen sich mit ihren Fragen von Politik und Verwaltung allein gelassen. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass im Warnamt Welz am kommenden Dienstag, 28. April, um 19 Uhr die Informationsveranstaltung für die Ortsbevölkerung angesetzt ist. Dass man sich ihrer Sorgen und Ängste annimmt, glaubt Heike Schmitz nicht wirklich: „Das läuft wieder darauf hinaus, dass dem Bürger gesagt wird: Friss oder stirb.“

Die Fragen wird ihr Ehemann Hans Schmitz bei der Veranstaltung aber auf jeden Fall stellen.

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