„Bündnis gegen Rechts“ zieht Bilanz

Von: Adi Zantis
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„Schau nicht weg“: Der neu gewählte Sprecherkreis im Aldenhovener „Bündnis gegen Rechts“ mit Pfarrer Charles Cervigne (links) und Gastmoderator Michael Klarmann (rechts). Foto: Zantis

Aldenhoven. Ungebrochen ist der Aktionsradius, mit dem sich das Aldenhovener „Bündnis gegen Rechts“ verbürgerlicht hat. In der jährlichen Versammlung zur Bestandsaufnahme der Aktivitäten stellte Bündnis-Sprecher Charles Cervigne die Frage „Was tut sich in der rechten Szene?“ und sprach von „Wellen und Wogen, die zur Zeit ausbleiben!“ Keineswegs sollte man aber im wachsamen Bemühen nachlassen, sondern das „Bündnis Aldenhoven“ auch für 2015 „in seinem Input bestärken“.

Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand ein bemerkenswertes Referat des freischaffenden Journalisten Michael Klarmann, der als versierter Kenner der rechten Szene im Großraum Aachen vor allem die „organisierte und zum Teil militante Bewegung“ in den Gruppierungen kennt. „Hier sind“ nach Klarmann „den verschiedenen Verbänden in den Hochburgen kaum Grenzen gesetzt. Dabei sind die einzelnen Seilschaften untereinander bestens vernetzt und nutzen jedwede mediale Kommunikationsmöglichkeiten.“

Zu den Hochburgen zählt der Szenen-Kenner neben dem Aachener Raum mit dem Grenzgebiet auch den Kreis Düren sowie den Bezirk Mönchengladbach und Heinsberg als Grauzonen einer radikalen Bewegung.

Ein deutlicher Aktionismus der Rechtspopulisten zielt auch auf Aktionen mit ausländerfeindlicher Ausrichtung. Immer wieder sind es Aufmärsche mit zum Teil aggressiven Parolen, mit denen man Aufmerksamkeiten erwecken will. Auch Aktionen gegen jüdische Gedenkstätten wie z. B. in Aldenhoven gehen nach Meinung von Michael Klarmann auf rechte Gruppierungen zurück, die zum Teil im Verborgenen durchgeführt werden.

Gedenkveranstaltungen

Mit dem Beifall der Versammlung dankte Bündnissprecher Cervigne dem Referenten für die breit gestreute Darstellung der rechten Szene, wie sie sich in den einzelnen Gruppierungen entwickeln kann. In der Zusammenfassung aus den Aktivitäten des vergangenen Jahres erwähnte Pfarrer Cervigne die Traditionspflege der Gedenkveranstaltungen „Gegen das Vergessen und für Toleranz“ unter großer Beteiligung von Jugendlichen.

Lothar Thielen verwies auf ein „Anti-Gewaltprogramm“, wie es im Rollenspiel mit Kindern in den Grundschulen umgesetzt wurde. Dabei sprach er von einer „großen Bereitschaft“, mit der die Kinder die „Rollenspiele“ absolviert hatten. „Eine gewisse Verhaltensänderung hat sich ergeben“, so freute sich der Jugendbeauftragte.

Nach Cervigne will „Bündnis“ Aldenhoven auch Akzente in Richtung „Fremdenfeindlichkeit“ und „Betreuung von Flüchtlingen“ setzen. „In Aldenhoven gibt es nicht, wie es manchmal behauptet wird, 400 bis 500 Flüchtlinge, sondern nur 80“, so die Feststellung. Im Herbst will die Bündnis-Gemeinschaft zum „Tag der Begegnung mit den Flüchtlingen“ einladen.

Einstimmig wurden für das Mandat als Sprechkreis die Mitglieder Alfred Paduschek, Yeakumar Nadarayah, Charles Cervigne, Urlsula Jumpertz, Irene Oellers, Gerda Eskicioglu, Annemarie Birth, Winfried Engländer, Lothar Thielen, Nusret Kaman, Egon Mörsch, Karl-Heinz Schumacher, Sarah Geragert und Matthias Röder gewählt.

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