Braunkohleausstieg 2020: Bürgermeister Jörn Langefeld spricht von Störfeuer

Von: Guido Jansen
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Das dominierende Thema in Inden:: der Tagebau und die Diskussionen um den Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Braunkohle. Foto: Jansen

Inden. Wenn Wissenschaftler sich dafür aussprechen, dass das Aus für die Braunkohle noch früher kommen muss als derzeit vereinbart, dann geht diese Forderung an vielen Menschen in der Gemeinde Inden nicht spurlos vorbei.

Das ist auch jetzt der Fall, nachdem sieben Wissenschaftler der Bundesregierung dazu geraten haben, unter anderem das Kraftwerk Weisweiler und den Tagebau Inden schon 2020 stillzulegen, um die Klimaschutzziele erreichen zu können.

Inden ist wie keine zweite Kommune vom Tagebau betroffen. Zum einen, weil die Gemeinde anteilig so viele Flächen an den Tagebau verloren hat wie keine andere, und zum anderen, weil viele Indener bei RWE arbeiten. „Ich halte es für unseriös, immer wieder von Neuem damit anzufangen. Das schadet dem Glauben an den Rechtsstaat und an das Wort der Politik“, sagt Indens Bürgermeister Jörn Langefeld über die Forderung, schon 2020 auszusteigen.

Schließlich gebe es Verträge, die das Ende im Tagebau Inden erst 2030 vorsehen. Für die seit Jahren laufenden Planungen, wie man die Landschaft nach dem Tagebau gestalten könne, seien Aussagen wie die Forderung nach dem Stilllegen des Tagebaus Inden 2020 eine Art „Störfeuer. Diese Diskussion jetzt ist ein fataler Fehler. Selbst bis 2030 ist nicht mehr viel Zeit“, spielte Langefeld auf die Aufgabe an, die Tagebauregion nach dem Wegfall der Braunkohle nicht in ein Loch fallen zu lassen.

Geldforderung

Deswegen sei es möglich, dass die Indener Politik in ihrem Schreiben an die Landesregierung in Düsseldorf auch auf die 2020-Forderung eingeht. „Davon abgesehen arbeiten wir gerade nur noch an ein paar Formulierungen“, fasste Langefeld den Verlauf der Gesprächsrunde der Indener Fraktionsspitzen zusammen. Die hatten sich in der vergangenen Woche zusammengesetzt und einen Vorschlag der UDB-Fraktion diskutiert.

Inden fordert Geld vom Land für die Nachteile, die der Gemeinde mit dem Tagebau entstanden seien. „Es geht uns im Wesentlichen um eine zeitlich unbegrenzte Strukturförderung“, fasste Langefeld das Ergebnis zusammen. Der Vorschlag der UDB, Entschädigung für den Tagebau zu fordern, werde von den anderen Fraktionen mitgetragen. Einige Anmerkungen seitens der SPD seien in den Entwurf für das Schreiben eingearbeitet worden. „Ich bin sehr erfreut, dass wir in dieser Sache alle schnell einen Konsens gefunden haben“, teilte Langefeld mit.

Das ist in Inden keinesfalls selbstverständlich; im Gegenteil. Die politische Arbeit ist in den vergangenen zwei Jahren vor allem von Streit geprägt. Angesichts des Themas Tagebau gebe es aber keine großen Meinungsverschiedenheiten. „Wir sind die Anlieger-Kommune, die vom Tagebau am stärksten betroffen ist. Wir sorgen dafür, dass eine sichere Energieversorgung möglich ist.

Weil uns deswegen Nachteile entstehen, fordern wir einen Ausgleich“, sagte Lange­feld. In der Ratssitzung im Dezember könnte der genau Wortlaut des Schreibens beschlossen werden. Mit dem Schreiben im Gepäck könnte eine Indener Abordnung dann im neuen Jahr in Düsseldorf vorstellig werden.

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