Jülich - Brandschutz im Neuen Rathaus kostet „nur noch” 770.000 Euro

Brandschutz im Neuen Rathaus kostet „nur noch” 770.000 Euro

Von: -vpu-
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Wenn es im Foyer des Neuen Rathaus brennt, gibt es aus dem Ratssaal (1. Etage) laut Gutachter keine Fluchtmöglichkeit. Foto: Uerlings

Jülich. Vor eineinhalb Jahren versagte der Stadtrat dem Bürgermeister die Gefolgschaft. Gut 900.000 Euro für Brandschutzmaßnahmen im Neuen Rathaus wollte die Mehrheit nicht ausgeben. Heinrich Stommel beanstandete die Entscheidung, der Rat blieb aber dabei.

Von der Kommunalaufsicht in Düren bekamen die Politiker nun vor gut einem Monat Recht: Der Ratsbeschluss „verstößt somit nicht gegen geltendes Recht”, schreibt Landrat Wolfgang Spelthahn.

Die vorgesehene flächendeckende Brandmeldeanlage sei „weder zwingend notwendig noch alternativlos gewesen”. Der Landrat gab den Jülicher Gremien aber mit auf den Weg, sich mit einer überarbeiteten Brandschutzkonzeption zu befassen.

Das geschah am Donnerstag. Dem Ausschuss für Planung, Umwelt und Bauen erläuterte Brandschutz-Fachmann Georg Spennes vom Aachener Büro BFT Cognos, dass nun ein „Interimsbrandschutzkonzept” für fünf Jahre in Rede steht. Das fällt auch etwas günstiger aus als 2009. Um die mit den Aufsichtsbehörden abgestimmten Mindestanforderungen zu erfüllen, sollen „nur noch” 770.000 Euro ausgegeben werden.

In den Verwaltungsgebäuden an der Großen Rurstraße und Kartäuserstraße fehlen sowohl erste als auch zweite bauliche Fluchtwege, weil sich die Büros jeweils um große offene Atrien gruppieren. Wenn im Keller ein Feuer entstehe, ziehe der toxische Rauch „in Sekunden die Treppe rauf”. Betroffene Bedienstete wie Kunden am Fenster könnten nur darauf warten, wen die Feuerwehr zuerst rettet.

Das gilt auch für den Ratssaal, aus dem es im Fall der Fälle bislang kein Entrinnen gibt, so Spennes. Daher müsse eine Nottreppe außen am Gebäude angebracht werden. Mit verschiedenen Brandschutztüren im Keller und im Obergeschoss, Brandmeldeeinrichtungen sowie einer Überdruckanlage im Nebengebäude (ehemaliges Gesundheitsamt) könne aber mit den Fachbehörden ein befristeter Kompromiss erzielt werden. Spennes sagte auch: „Wir schaffen hier eine Grundausstattung, die man auch für die weitere Nutzung benötigt.” Sprich: Wird das Neue Rathaus umgebaut, sind die Investitionen nicht verloren.

Anfangs deuteten einige Kommunalpolitiker an, auch diesem Konzept nicht folgen zu wollen - bis klar ist, was mit dem Neuen Rathaus passiert. Am Ende gab es aber keine Gegenstimme. Vielleicht trug dazu auch ein Appell des Beigeordneten Martin Schulz bei: „Wir haben ja auch eine Brandaufsicht und somit eine Vorbildfunktion. Wenn das hier ein Privater wäre, hätten wir dem die Nutzung untersagt.”

Was allerdings nach fünf Jahren passiert, wurde nicht thematisiert.
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