„Brainergy-Park“ Jülich: Jetzt kommt Geld für den Masterplan

Von: -vpu-
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Der genaue Standort des „Brainergy-Parks“ auf der Merscher Höhe ist noch nicht klar, wird aber nun im Rahmen des Masterplans identifiziert. Klar ist nur, dass die vorhandenen Erschließungsstraßen auf dem alten Sendergelände die Standortsuche beeinflussen. Foto: Jansen

Jülich. Um in diesem Land ein Gewerbegebiet zu errichten, reichen der Kauf von ein paar Grundstücken und ein Ratsbeschluss nicht aus. Das ist ein juristischer Akt mit vielen Fallstricken, der dauern kann. Es wird noch komplizierter, wenn mehrere Partner im Boot sitzen und zudem Zuschüsse der öffentlichen Hand beantragt werden.

All das ist beim interkommunalen Gewerbegebiet Merscher Höhe mit einem Spezialteil namens „Brainergy-Park“ der Fall. Aber jetzt ist klar: Die Förderung des Landes kommt. Bei der Entwicklungsgesellschaft Campus Merscher Höhe (CMH) ist am Montag das entscheidende Signal eingegangen: Die Erstellung eines Masterplans wird bezuschusst.

In der Juristensprache wurde der Gesellschaft der „Vorzeitige Maßnahmenbeginn“ gestattet. CMH-Geschäftsführer Frank Drewes war hocherfreut und unterbrach ob der guten Nachricht kurz seinen Urlaub, um zum Firmensitz im Neuen Rathaus zurückzukehren. Denn der Zeitplan ist eng, schon am Dienstag wurde die Ausschreibung des Masterplans auf den Weg gebracht.

Die Fachbüros haben nun bis Anfang September Zeit, um eine Masterplanung für eine rund neun Hektar große Sonderfläche auf der Merscher Höhe anzubieten. Wer den Zuschlag erhält, muss dann bis zum Jahresende liefern.

Die Besonderheit: Auf diesem Areal sollen Unternehmen Gebäude und Flächen finden, die „intelligente Neuentwicklungen“ auf dem Energiesektor zu bieten haben. Das wäre der Begriffsteil „energy“; „brain“ ist noch Zukunftsmusik, soll aber Möglichkeiten zum Beispiel für Ausgründungen aus dem Forschungszentrum bieten, die im Bereich künstlicher Intelligenz geforscht haben.

Grundlegend bei der Planung ist die Suche nach dem bestmöglichen Standort auf dem großen Gelände, denn der ist noch nicht klar. Frank Drewes: „Es gibt nach unseren Voruntersuchungen eine Fläche, die wir für sinnvoll halten, aber das ist noch offen. Fix ist nur, dass sich die Flächenplanung an der Haupterschließungsstraße orientiert, wo ja der neue Kanal liegt.“ Bekanntlich wurde zur Erschließung der Flüchtlingsunterkunft von der Bezirksregierung die Abwasserinfrastruktur so erneuert, dass sie die Kapazitäten für das künftige Gewerbegebiet besitzt.

Der Plan soll dann eine fortschrittliche Gebäudesituation vorschlagen, die in zwei Bauabschnitten realisiert und bei Bedarf erweitert werden kann. Der Komplex soll nach den neuesten Standards der Energieversorgung, möglichst autark, mit modernster Wassernutzung und nachhaltigem Abfallmanagement entwickelt werden – und auch optisch seine Modernität zeigen. Wesentliche weitere Aufgabe ist darüber hinaus eine „belastbare Kostenschätzung“, wie Frank Drewes erläuterte.

Der Spezialbereich „Brainergy“ auf der Merscher Höhe wird sicher Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen, die nur durch massive öffentliche Förderung zu stemmen wären für die drei beteiligten Kommunen Jülich, Titz und Niederzier. Ein „normales“ Gewerbegebiet ist nicht zuschussfähig. Die Besonderheit auf der Merscher Höhe wäre neben dem Beitrag zur Energiewende, dass „Brainergy“ auch einen Teil des Strukturwandels im Braunkohlenrevier darstellt.

Der Masterplan, der mit 90 Prozent der sechsstelligen Kosten gefördert wird, muss auch eine Lösung bieten, die beiden Flächen zu verbinden. Frank Drewes: „Von der Spezialfläche muss es einen Brückenschlag ins normale Gewerbegebiet geben. Den Übergang müssen wir hinkriegen.“

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