Jülich - „Brainergy-Park“: Herz der Energie-Industrie von morgen?

„Brainergy-Park“: Herz der Energie-Industrie von morgen?

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
brainergy
Hier soll der Brainergy-Park entstehen: Das Areal liegt auf der Merscher Höhe nördlich von Jülich, es umfasst rund 50 Hektar und befindet sich nur wenige Gehminuten vom Campus Jülich der FH Aachen entfernt. Montage: ZVA/Horst Thomas, Quelle: Google Earth
15997153.jpg
Prof. Volker Sander, Standortsprecher FH-Campus Jülich, stellte die Pläne am Mittwoch vor. Foto: Guido Jansen

Jülich. Vor den Toren Jülichs wollen drei Kommunen aus dem Dürener Nordkreis ein in dieser Form deutschlandweit einzigartiges Gewerbegebiet auf den Weg bringen. Das lässt schon der Name „Brainergy-Park“ vermuten, der die englischen Begriffe „Brain“ (Gehirn) und „Energy“ (Energie) verbindet.

Wenn man so will: Energie mit Köpfchen. Was damit gemeint ist, wurde am Mittwoch etwas klarer, denn nun liegt der Masterplan vor. Auf dem Gelände der früheren Rundfunksendestelle Merscher Höhe soll ein Spezialbereich für Firmen und Forscher entstehen, die die Energiewende voranbringen und dabei die hohe Kompetenz am Standort unmittelbar anzapfen möchten. Der Fachhochschul-Campus und das FH-Solarinstitut sind wenige Steinwürfe entfernt, Forschungszentrum und Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Sichtweite.

Wer sich dort ansiedelt, wird im Grunde ein vollständiges „Arbeits-Dorf“ vorfinden: mit Gebäuden, die sich um ein multifunktionales Zentrum gruppieren, das die gesamte Versorgung steuert und allen Nutzern Wärme, Kälte, Gas, Wasser und schnellsten Datentransfer liefert beziehungsweise ermöglicht. „Wir wollen auch ein Leuchtturm für den Strukturwandel sein“, sagte Tobias Ell, der für Carpus + Partner (Aachen) den Masterplan vorstellte und in der Grundkonzeption sogar ein „Modell für die Stadt der Zukunft“ sieht, die dann in Jülich beispielhaft zu sehen wäre. Labore, Solar- und Windkraftnutzung, Elektro-Tankstellen und ein großer Teich, der als Energiespeicher genutzt werden soll, gehören zum Plan wie auch ein Grünzug und ein kleines Boarding-Haus für Gäste.

Gut sieben Hektar soll der Spezialbereich des „Brainergy-Parks“ groß werden – mit Erweiterungspotenzial. Die Gesamtfläche umfasst über 50 Hektar. Um das innovative Herzstück herum sind „normale“ Gewerbeansiedlungen von Handwerkern und produzierenden Unternehmen vorgesehen. Die Präsentation am Mittwoch beeindruckte die geladenen Gäste aus der Region. „Dieser Plan ist das richtige Signal nach Berlin. Wir wollen für Deutschland ein Modell sein“, sagte Michael Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Aachen. Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, sieht ein „ausgesprochen interessantes Konzept“ auch fürs Handwerk.

Die Fachhochschule Aachen als direkter Nachbar will ihr Know-how schon bei der Konzeption und Steuerung der Versorgungs-Schlagadern einbringen, hat aber noch viel mehr vor. Das wäre eine Aufgabe des Solarinstituts Jülich. Tätig werden sollen im „Brainergy-Park“ aber auch weitere Fachschaften. „Wir haben den erfolgreichsten Digitalisierungs-Studiengang in ganz Deutschland“, deutete der Jülicher Standortsprecher Professor Volker Sander eine weitere nutzbare Schnittmenge an. Und Firmen finden Fachpersonal vor Ort.

Auch wenn es viele gute Argumente für das Projekt gibt, liegen noch Hürden vor der Stadt Jülich und ihren Nachbargemeinden Titz und Niederzier, die den Stein durch ihre beispielhafte interkommunale Zusammenarbeit ins Rollen gebracht haben. Die Finanzierung ist von diesem Trio nicht zu stemmen. Auf gut 56 Millionen Euro summiert sich die Kostenschätzung für alles, was den Spezialbereich des „Brainergy-Parks“ ausmacht. Schon seit der Ausarbeitung dieser Idee sind Fördergelder wesentliche Voraussetzung für eine Realisierung. Auch die Erstellung des Masterplans wurde vom Land bezuschusst. Düsseldorf ist auch die erste Adresse, die von den möglichen künftigen Betreibern angesteuert wird, um die Fördermöglichkeiten auszuloten. Und danach sicher Berlin.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert