Boogie-Meister aus Witten in Jülich

Von: Kr.
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Jörg Hegmann und  seine Mitst
Jörg Hegmann und seine Mitstreiter brachten den Palmengarten im TZJ mit ihrem rasanten Spiel zum Kochen. Foto: Kròl

Jülich. Zum Jahresauftakt präsentierte der Jazzclub Jülich mit dem Jörg Hegemann Trio die heißeste Musik, die man auf einem Klavier darbieten kann. Auch wenn der Wittener Boogie-Meister schon des öfteren in Jülich gastierte, so sind seine Konzerte immer ein Erlebnis.

Mit seinem rasanten und mitreißenden Spiel begeistert er jedes Publikum. Bei seinem temporeichen Spiel glaubt man manchmal, gleich muss er sich doch einen Knoten in die Finger spielen, doch bei ihm die weiß die Rechte mit den schnellen melodischen Läufen, genau was die Linke mit dem rollenden Bassfiguren, tut.

Richtig rund wird die Sache durch seine Mitstreiter Jan Freund am Schlagzeug und dem Dortmunder Bass-Urgestein Reinhard „Django” Kroll, die zusammen einen Sound erzeugen, der jeden Gast im Palmengarten des Technologiezentrums zum Mitwippen zwang. Jörg Hegmann vertritt die Schule des klassischen Boogie Woogie im Stile von Albert Ammons, Meade Lux Lewis und Pete Johnson.

Vom „Boogie-Woogie-Virus” wurde er im Jahr 1983 durch ein Konzert von Axel Zwingenberger befallen und hat sich seither dieser Musik mit Leib und Seele verschrieben. 1999 wurde seine Leidenschaft zum Beruf. Ende des Monats feiert er sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum.

Blues mit einem Schuss Swing

Er hatte natürlich wieder eine Reihe von alten Schätzchen in seinem Repertoire, von denen es bis heute keine Noten gibt. In akribischer Kleinarbeit hat er die Titel nach Gehör von alten Schellack-Scheiben eingespielt. Der 45-jährige Pianist hat sein Spiel im Laufe der Jahre zur Perfektion entwickelt und interpretiert diese Evergreens mit eigener Handschrift.

Boogie Woogie entstand zum Beginn des letzten. Jahrhunderts, es ist rasant gespielter Blues mit einem Schuss Swing. So gilt der Boogie Woogie als musikalischer Vater des Rockn Roll. Diese Art zu spielen verlangt dem Musiker nicht nur hohes technische Können sondern auch eine gute Kondition ab. Wenn der Boogie Woogie Express so richtig in Fahrt kommt, gerät der Künstler ordentlich ins Schwitzen. Nicht von ungefähr liegt ein Handtuch auf seinem Piano.

In den wohl verdienten Pausen nahm Hegmann die Gelegenheit wahr, dem Publikum seine Musikrichtung eine wenig zu erklären und selbst ein weinig dem Dampf vom Kessel zu nehmen, bevor es mit voller Geschwindigkeit und Betriebstemperatur, zum nächsten Titel ging.
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