Bonzen, Bomben, Brückenbau: Über Linnichs schwerste Jahre

Von: Kr.
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Linnich. Die Geschichte seiner Heimatstadt Linnich hat Dr. Karl Koch immer schon sehr am Herzen gelegen. Er setzt sich intensiv mit ihr auseinander, seit er 1977 eine Chronik der Schützengilde verfasste. Es folgten etliche andere Aufsätze. Das Material und die Kenntnisse über die Vergangenheit wuchsen stetig an.

Die jahrelange Erfahrung auf der Suche nach Dokumenten und Unterlagen bringen es außerdem mit sich, dass Dr. Koch heute genau weiß, wo er suchen und worauf er achten muss. So lag es auf der Hand, seine Recherchen in einem Buch festzuhalten.

2008 veröffentlichte er sein erstes Buch „Linnich – ein Beitrag zur Geschichte der Stadt“ und wandelte auf den Spuren der Vorfahren aus topografischer Sicht. 2013 erschien das zweite Buch, das sich mit dem Zeitungswesen der Stadt beschäftigte und daraus Schlüsse auf Handel, Gewerbe und Vereinswesen zog. Nun hält Dr. Koch sein drittes Buch in Händen, das sich mit der jüngeren Geschichte (Nazizeit und Wiederaufbau) beschäftigt.

Unter dem Titel „Bonzen – Bomben – Brückenbau – Linnichs schwerste Jahre“ setzt es sich vor allem mit den Menschen in dieser Stadt auseinander, die sich trotz schwerer Zeiten für das Allgemeinwohl engagierten. Das alltägliche Leben, gekennzeichnet von harter Arbeit, Hunger und Entbehrungen, ist darin ebenso Thema wie die Zerstörung der Linnicher Synagoge.

Koch berichtete von Denunziation und Willkürherrschaft, aber auch von Solidarität und Mut Einzelner, die jüdischen Bürgern zur Flucht verhalfen. Er berichtete von den ersten Bomben, die bereits 1940 auf Linnich gefallen sind, aber vom Regime geheim gehalten wurden.

Was sich vor und während des Krieges ereignete, suchte der Autor aus Unterlagen und bei Zeitzeugen zusammen. Die Zeit der Evakuierung, der Rückkehr nach Linnich und dem Wiederaufbau beruht zum Teil auf eigenen Erinnerungen. Seine und die Erzählungen alter Linnicher machen dieses Buch so lebendig. Es ist außerdem mit zahlreichen Fotografien ausgestattet, die aus Archiven und Privatbesitz stammen. Mit dem Jahre 1950 zieht der Autor zunächst einen Schlussstrich.

Ab Anfang Juli ist das Buch, 330 Seiten stark, im Schreibwarengeschäft Kaufmann Linnich und der Buchhandlung Fischer Jülich für 19,50 Euro erhältlich. Die Indeland-Entwicklungsgesellschaft hat dieses Projekt bezuschusst.

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